Strategie Europa 2020: Bereich Bürgerbegegnungen und Städtepartnerschaften

Die vorrangigen Themen des Bereichs Bürgerbegegnungen / Städtepartnerschaften sind

  • der Anstoß der Debatte über die Zukunft der EU und ihrer Grundwerte
  • die Förderung einer aktiven europäischen Bürgerschaft, Beteiligung und Demokratie
  • der interkulturelle Dialog
  • die Förderung der Beschäftigung, des sozialen Zusammenhalts und der nachhaltigen Entwicklung sowie
  • die Thematisierung der Auswirkungen von EU-Politiken auf die Unionsbürgerinnen und -bürger.

Für den Bereich Bürgerbegegnungen / Städtepartnerschaften sind alle Leitinitiativen der Strategie Europa 2020 von Bedeutung:

  • "Jugend in Bewegung",
  • "Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten",
  • "Innovationsunion",
  • "Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut",
  • "Ressourcenschonendes Europa",
  • "Digitale Agenda für Europa",
  • "Industriepolitik im Zeitalter der Industrialisierung".

"Jugend in Bewegung"

Eines der Ziele dieser Leitinitiative ist die Förderung der Mobilität von Studenten und Auszubildenden, um Arbeitsmarktchancen zu verbessern sowie Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz zu erweitern. Folgende Maßnahmen sollen die Erreichung dieses Ziels ermöglichen:

  • Ausbau der Mobilitätsprogramme (Steigerung ihres Nutzens und ihrer Funktionsweise)
  • Vorlage eines Mobilitätsanzeigers zur Messung der Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Beseitigung von Mobilitätshindernissen
  • Einrichtung der Internetseite „Jugend in Bewegung“, die über Mobilität und Lernmöglichkeiten in der EU informiert
  • Einführung eines speziellen Jugendausweises, der die Mobilität erleichtern soll
  • Initiative „Dein erster Eures-Arbeitsplatz“ soll jungen Menschen den Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten sowie die Aufnahme einer Beschäftigung in einem anderen Mitgliedstaat erleichtern
  • Leitfaden zur einschlägigen Rechtsprechung des EuGH zu den Rechten mobiler Studierender
  • Vorlage eines Vorschlags für einen Europäischen Qualifikationspass (2011), der auf dem bestehenden Europass aufbaut
  • Einführung eines „Europäischen Monitors für offene Stellen“, der jungen Menschen und Arbeitsvermittlern offene Stellen in Europa aufzeigen soll
  • Überwachung der Anwendung der EU-Rechtsvorschriften über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer

"Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten"

Die Erleichterung und Unterstützung der Mobilität von Arbeitskräften sowie die Schaffung eines europäischen Rahmens für Qualifikationen, Kompetenzen und Berufe ist ein zentraler Bestandteil der "Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten" und soll durch diese Maßnahmen erreicht werden:

  • Einführung eines EU-Kompetenzpanoramas, das online zugänglich sein wird und Prognosen zu Kompetenzen und Arbeitsmarktanforderungen enthält (ab)
  • Fertigstellung einer europäischen Klassifizierung für Fähigkeiten, Kompetenzen und Berufe in allen europäischen Sprachen (bis)
  • Vorlage eines Vorschlags für die Reform des Systems der Anerkennung von Berufsqualifikationen (bis)
  • Neugestaltung des europäischen Beschäftigungsnetzes „Eures“ (bis)
  • Vorlage einer Mitteilung zur europäischen Mehrsprachigkeitsstrategie, in der Schwerpunkte für die Bildungs- und Weiterbildungssysteme sowie ein europäischen Sprachenbenchmark vorgeschlagen werden (bis)
  • Entwicklung neuer Strategien für das lebenslange Lernen und eines Ansatzes für die Erwachsenenbildung

"Innovationsunion"

Die Leitinitiative „Innovationsunion“ hat unter anderem die Verwirklichung des europäischen Forschungsraumes sowie die Förderung europäischer Wissens- bzw. Innovationspartnerschaften zum Ziel. Folgende Maßnahmen sollen zur Erreichung der genannten Ziele beitragen:

  • Vorschlag eines Rahmens für einen Europäischen Forschungsraum und Begleitmaßnahmen zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen und zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (soll bis 2014 in Kraft treten)
  • Pilotpartnerschaft: „aktives und gesundes Altern“

"Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut"

Die Leitinitiative „Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut“ zielt auf die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung und sowie die Förderung der aktiven Teilnahme aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Damit greift sie einen zentralen Aspekt des Politikfeldes Bürgerbegegnungen / Städtepartnerschaften auf. Die Ziele der Leitinitiative „Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut“ sollen unter anderem durch die Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung, Sozialschutz, elementaren Dienstleistungen z. B. Gesundheitsversorgung) und Bildung erreicht werden.

"Ressourcenschonendes Europa"

Neben der Förderung der Beschäftigung und des sozialen Zusammenhalts bildet die Forcierung nachhaltiger Entwicklung ein vorrangiges Thema des Bereichs „Bürgerbegegnungen / Städtepartnerschaften“. Von besonderer Relevanz ist hierbei die Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“. Sie unterstützt den Einsatz kohlenstoffarmer Technologien, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Förderung von Energieeffizienz.

"Digitale Agenda für Europa"

Im Politikfeld „Bürgerbegegnungen / Städtepartnerschaften“ geht es auch um die Achtung der kulturellen Vielfalt. Hieran knüpft die Leitinitiative „Digitale Agenda für Europa“ an, da sie die Verbreitung kultureller und kreativer Inhalte fördert. Zudem begünstigt sie die mit der Leitinitiative angestrebte Versorgung mit schnellerem Internetzugang und die Möglichkeit des transnationalen Austausches.

"Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung"

Das Politikfeld Bürgerbegegnungen / Städtepartnerschaften thematisiert die Förderung der Beschäftigung, des sozialen Zusammenhalts und der nachhaltigen Entwicklung. Die Leitinitiative „Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung“ greift diese Punkte auf und zielt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie auf den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und ressourceneffizienten Wirtschaft.

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