Stadtarchäologie

Archäologie in Essen

Über 1500 archäologische Fundstellen sind in Essen bekannt und jährlich kommen zahlreiche Neuentdeckungen hinzu. Damit ist Essen eine der fundreichsten Städte im Ruhrgebiet.
Dennoch wird die Geschichte der Stadt oft genug auf  Krupp und den Bergbau, die seit dem beginnenden 19. Jahrhundert die Stadt prägten, reduziert.
Dabei reichen die Funde in Essen weit in die vor- und frühgeschichtliche Zeit zurück:

Der älteste Fund aus Essener Boden ist die 1926 in Vogelheim gefundene und nach ihrem Fundort benannte "Vogelheimer Klinge", eine Feuersteinklinge, die an einem Rastplatz früher Neandertaler gefunden wurde. Mit einem geschätzten Alter von gut 300.000 Jahren gilt sie als der früheste sichere Beleg für die Besiedlung der Region durch Menschen.

Die größte Zahl archäologischer Fundstellen datiert in das Mittelalter: Mit der Essener Innenstadt, Steele und Werden liegen im heutigen Stadtgebiet immerhin drei selbständige mittelalterliche Städte. In der Innenstadt befand sich das Frauenstift Essen, in Werden die berühmte Benediktinerabtei (799 - 1803).

Neben der Erforschung ist die Erhaltung der Bodendenkmäler eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtarchäologie, die in dieser Form seit 1992 besteht. Durch die Ansiedlung beim Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege steht die Stadtarchäologie in engem Kontakt mit Verwaltungseinrichtungen, Planern und Bauherren, also denen, die in der Stadt bauen wollen.

Weniger Ausgrabungen prägen den Arbeitsalltag, als die Überprüfung von Bauanträgen oder zum Beispiel Bürgerberatungen. Sind archäologische Belange bei Bauvorhaben betroffen, werden  Archäologen aktiv, so dass es vor oder auch während einer Baumaßnahme zu einer Ausgrabung kommen kann.
Die Stadtarchäologie und auch Ausgrabungsfirmen dokumentieren archäologische Spuren und  bearbeiten die Funde. Die Stadtarchäologie informiert die Öffentlichkeit durch Vorträge, Veröffentlichungen und Ausstellungen. So werden beispielsweise die Funde eines jeden Jahres in der Ausstellung "Stadtarchäologie in Essen" im Rathaus der Stadt präsentiert.
Aktuelle Ergebnisse ihrer Arbeit dokumentiert die Stadtarchäologie auch im Internet (Fund des Monats).

Literaturhinweise:

NAHAUFNAHMEN
100 Entdeckungen der Stadtarchäologie Essen
mit Fotos von Peter Hadasch
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2011

200 Jahre Krupp. Die Walkmühle in Essen-Vogelheim:
Die Firma Friedrich Krupp "zur Verfertigung des Englischen Gussstahls und aller daraus resultierenden Fabrikate", Berichte aus der Denkmalpflege 4
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2011

Das metallzeitliche Gräberfeld an der Lilienthalstraße in Essen-Haarzopf
Visualisierung der Untersuchungsergebnisse, Berichte aus der Essener Denkmalpflege 3
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2011

Industrie. Archäologie. Essen
Industriearchäologie in Essen
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2010

Die Visualisierung des Werdener Kastells,
Das Stadtmodell der Stadt Essen, Berichte aus der Essener Denkmalpflege 2,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2010

Visualisierung archäologischer Befunde am Limbecker Platz,
Stadtmodell der Stadt Essen, Berichte aus der Essener Denkmalpflege,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2010

wieder-entdeckt - Berichte der Essener Stadtarchäologie 2005-2009,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2009

Ans Tageslicht gebracht - Archäologie in der Essener City,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2008

Brückenschlag in die Vergangenheit - Archäologie in Kettwig an der Ruhr,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2006

Unter unseren Füßen. Ein archäologischer Streifzug durch Werden,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2005

Angeschnitten. Eine Zeitreise durch 200.000 Jahre Stadtgeschichte,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 2004

Archäologie und Vermessung,
Detlef Hopp, Peter Mesenburg, Heinz-Jürgen Przybilla, Düsseldorf 2003

Essen. Geschichte einer Stadt,
Ulrich Borsdorf: Essen 2002

Die frühe römische Kaiserzeit im Ruhrgebiet,
Detlef Hopp, Charlotte Trümpler (Hg.), Essen 2002

Archäologische Bibliographie der Stadt Essen,
Detlef Hopp, Bianca Khil, Elke Schneider, Essen 2000

Stadtarchäologie in Essen,
Detlef Hopp (Hg.), Essen 1999

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