Burgruine Burg Altendorf

Foto: Aussenansicht der Burgruine Burg Altendorf

Ganz im Südosten der Stadt, nahe der Grenze zu den Nachbarstädten Bochum und Hattingen, liegt im Stadtteil Burgaltendorf eine romanische Burgruine mit dem besterhaltenen Wohnturm in NRW. Als Bauzeit nennt die Überlieferung die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Die Anlage besteht aus einer Vorburg und einer Hauptburg mit gut erhaltenen Ringmauern. Beide Teile waren in früherer Zeit von einem Wassergraben umgeben. Die Vorburg bildet ein unregelmäßiges Viereck. Die Reste der Ecktürme sind noch in unterschiedlicher Höhe vorhanden. Der nördliche Turm ist in das Kaminzimmer des Burgrestaurants integriert. Weiter sind in der Vorburg die Reste eines Wirtschaftsgebäudes mit Brunnen erhalten.

Eine Brücke führt zum Wohnturm, auf dem sich in 22 Meter Höhe eine Aussichtsplattform befindet. Die Mächtigkeit der Wände nimmt von drei Metern an der Basis auf einen Meter in Höhe der Zinnen ab. An der Nordseite des Wohnturmes war außen ein Treppenturm angebaut. Er war ursprünglich halbrund, nach dem Umbau in der Renaissance sechseckig. Über diesen Treppenturm erreichte man die oberen Stockwerke.

Von den zuletzt fünf Stockwerken ist nur noch die Zwischendecke zwischen Verlies und Erdgeschoss vorhanden. Auch von den früheren Kreuzgewölben und dem achtteiligen Kreuzrippengewölbe sind nur noch wenige Spuren übrig geblieben. Lediglich der Abschlussstein und ein einzelnes Element dieses Kreuzrippengewölbes (mit Steinmetzzeichen) liegen in einer Nische des Erdgeschosses.

Gut erkennbar sind die Kamine, über die jedes Stockwerk verfügte. Auch die gotischen Riegelfenster, die beim Umbau um 1400 die romanischen Fenster ersetzten, sind mit ihren Sitznischen noch vorhanden. Eine Besonderheit der Burg ist der gut erhaltene, historische Abort in der ersten Etage.Die ursprünglichen Aufsitzer, die Herren von Altendorf, waren im Dienste der Essener Fürstäbtissin. Ab Ende des 14. Jahrhunderts kam die Anlage durch Heirat an einen Zweig der Familie Vittinghoff-Schell.

Um 1760 wurde der Turm als Wohnung aufgegeben und verfiel. Mehr als 100 Jahre wurde die Anlage als Steinbruch genutzt. Um 1900 fanden erste bauliche Sicherungen des Turmes statt. Eine umfassende Restaurierung geschah 1962 - 1967, als die Anlage in den heutigen Zustand gebracht wurde. Von 2001 - 2005 wurden die durch Erosion, Taubenkot und Vandalismus nötig gewordenen Ausbesserungen vorgenommen.

Die Anlage kann in den Sommermonaten samstags und sonntags von 15 - 17 Uhr besucht werden. Führungen können mit dem Heimat- und Burgverein Burgaltendorf  vereinbart werden. In den Sommermonaten gibt es im Wohnturm eine sonntägliche Veranstaltungsreihe "Texte &Töne im Turm“. 70 Besucher können dabei literarischen und musikalischen Darbietungen lauschen. Alle zwei Jahre gestalten die Burgaltendorfer Vereine das "Burgfest" mit Darbietungen in der Vorburg, im Burgturm und im Burggraben.

Weitere Informationen / Führungen:
Heimat- und Burgverein Essen-Burgaltendorf e.V.
Mühlenweg 33 c
45289 Essen
Tel.: +49 / (0) 201-571531
Fax: +49 / (0)3222-1273133
E-Mail.: bonnekamp.dieter@arcor.de