Junge Menschen mit "Oscar" prämiert

1.600 Gäste feierten "Essens Beste" in der Philharmonie

13.03.2012

Sie erbringen Top-Leistungen, haben innovative Ideen sowie Mut und Tatkraft, bewältigen schwierige Lebensumstände und sie setzen sich für andere ein: Die Rede ist von "Essens Beste". Vergangenen Samstag wurden sie in der Essener Philharmonie von einem begeisterten Publikum geehrt und gefeiert. Rund 1.600 Besucher bestaunten die Geschichten und Leistungen der 27 Nominierten und genossen das bunte Unterhaltungsprogramm. Oberbürgermeister Reinhard Paß, Schirmherr von "Essens Beste", sagte in seiner Ansprache: "Nicht nur die 'Essens Beste'-Nominierten und -Preisträger, sondern alle jungen Menschen, die tolle Leistungen erbringen und sich um andere kümmern, verdienen unsere Anerkennung."

TV-Moderatorin Johanna Klum führte mit Herz und jugendlicher Frische durch ein Gala-Programm, das von überwiegend jungen Künstlern in Szene gesetzt wurde. So begeisterte der taubstumme Tobias 'Tobiz' Kramer mit einer Hip-Hop-Tanzeinlage, bei der er sich ausschließlich an den Vibrationen großer Lautsprecher-Boxen orientierte. Cellist "Bernd aus Altenessen" sorgte mit seinem Sprechgesang für witzige Unterhaltung. GOP-Künstler Gunnar Erik glänzte mit kunstvoller Akrobatik, die frühere "Essens Beste"-Gewinnerin Mareike Jochem begeisterte mit einer Rhönrad-Performance und Folkwang-Künstlerin Luise Adler bezauberte das Publikum mit ihrem Harfen-Spiel.

Zwischen den Showeinlagen wurden die Nominierten vorgestellt und feierlich, wie bei der Bambi-Verleihung, die Gewinner verkündet. Unter ihnen Veronica Klink, Gewinnerin des Ausbildungspreises der IEW. Laudator Wolfgang Hollstegge hob hervor, dass sie als beste Auszubildende in NRW ihre Ausbildung abgeschlossen habe und sich ehrenamtlich bei den Pfadfindern engagiere.

Paul Pfister, er gewann den Schülerpreis. Der 19-Jährige war Jahrgangsbester am Gymnasium Essen Nord-Ost. Ehrenamtlich erteilte er Mitschülern Nachhilfeunterricht und organisierte als Schülersprecher einen Sponsorenlauf in Zusammenarbeit mit UNICEF.

Aber auch Teams waren für "Essens Beste" vorgeschlagen worden. Wie "The Peppy Fridge", das Team, das den Innovationspreis abräumte. Die Schwestern Nathalie und Nadja Rafat und Lara Rosenau entwickelten eine Möglichkeit, aus der Rückgewinnung von Kühlschrank-Abwärme Wasser um sieben Grad zu erwärmen. Dafür waren sie 2010 mit dem ersten Platz beim Schultechnikwettbewerb "Energie und Nachhaltigkeit" geehrt worden.

Mit dem Handicap-Preis der E.ON Ruhrgas AG wurde Philipp Wacker für seinen Einsatz bei der Integration Behinderter ausgezeichnet. Der Kaufmann für Bürokommunikation wirkte bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen für Gehörlose mit und ist auch sportlich sehr erfolgreich. So wurde er unter anderem "Deutscher Volleyballmeister der Gehörlosen" bei den Herren und im Mixed.

Der Sport-Preis der Sparkasse Essen ging an Karoline Seck. Die 18-Jährige Jiu-Jitsu-Sportlerin erreichte bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen eine Gold-, Silber- und eine Bronzemedaille. Sie wirbt um Spenden für wohltätige Zwecke und vertritt die Interessen der rund 400 Kinder und Jugendlichen innerhalb ihres Vereins und betreibt dort die Pressearbeit.

Den Ehrenamt-Preis der Siemens AG überreichte Laudator Herbert K. Meyer an Sarah Jimenez Fabian. Die 15-Jährige engagierte sich ehrenamtlich in dem Projekt "17/70 Paten für Senioren". Auch in ihrer Schule ist sie ehrenamtlich aktiv und sie engagierte sich in dem Schulprojekt "Aids-(Süd-)Afrika-Projekt". Beeindruckt hatte Sarah Jimenez Fabian die Jury mit folgenden Worten: "Das, was ich mache, ist doch selbstverständlich", sagte Meyer.

Der Kunst-Preis ging an Jan-Michel Seglitz. Der 26-Jährige ist besser unter seinem Künstlernamen "Jay Nightwind" bekannt. Unter diesem Namen findet man ihn auch im Internet mit zahlreichen Kurzgeschichten, Rezensionen und Gedichten. Er schreibt für seinen eigenen Blog und für die Slam-Bühnen NRWs. Jay Nightwind tritt nicht nur gegen andere Dichter an, sondern setzt sich dabei besonders für sogenannte "Charity-Slams" ein, wie beispielsweise "Poeten gegen Analphabetismus". Auf die Frage der Moderatorin, ob so viele Lobesworte, wie jene seines Laudators Christian Tombeil nicht ungewöhnlich seien, antwortete er: "Nein, denn normalerweise kommen die von mir" - und hatte die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

Gewinner, Nominierte, Laudatoren und Gäste feierten noch bis in den frühen Morgen und schwangen kräftig das Tanzbein.

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