Welterbe Zollverein - Neue Entwicklung: Stiftung Zollverein, RAG Montan Immobilien und Projektentwickler Kölbl Kruse präsentieren auf der MIPIM in Cannes ihr Vorhaben

Essen - Montag, 16. März 2009

11.03.2009 – „Wir wollen so schnell wie möglich loslegen und auf dem ehemaligen Standort der Kokerei Zollverein das erste Bauprojekt starten. Unser Unternehmenssitz soll in Zukunft auf dem Weltkulturerbe stehen,“ sagte Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH, heute auf der MIPIM in Cannes. „Damit wir die gemeinsamen Pläne auf Zollverein realisieren können, müssen jetzt die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden,“ ergänzte Noll. Das Unternehmen mit Sitz in Essen wird dabei mit dem renommierten, ebenfalls in Essen ansässigen Projektentwickler Kölbl Kruse GmbH kooperieren.

Die konkreten Planungen sind ein Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit der RAG Montan Immobilien mit der Stiftung Zollverein, die bei der EXPO REAL im vergangenen Oktober per Kooperationsvereinbarung auf den Weg gebracht wurde. Die Kooperation hat das Ziel, zeitnah adäquate Entwicklungs- und Nutzungsmodelle für Teilflächen und teilweise denkmalgeschützte Anlagen auf dem Areal der ehemaligen Kokerei Zollverein zu schaffen. Das Gelände mit rund 40 Hektar Fläche grenzt im Norden direkt an das ehemalige Zechengelände – den Hauptstandort des Welterbes rund um Schacht XII.

Hermann Marth, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein, betrachtet die Projektplanungen von RAG Montan Immobilien und Kölbl Kruse auf dem Kokereistandort nicht nur als Erfolg der vereinbarten Kooperation zwischen Grund-stückseigentümer und Stiftung. Marth sagte: „Es ist zwingend erforderlich, dass wir diesen Schritt zur Erweiterung und weiteren Attraktivitätssteigerung des Welterbes Zollverein gehen. Denn über die Bedeutung als Kultur- und Tourismusstandort hinaus muss Zollverein auch als Wirtschafts- und Gewerbestandort wachsen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.“ Die Entscheidung der RAG Montan Immobilien, den Unternehmenssitz auf das Areal der Kokerei zu verlagern und dies gemeinsam mit Kölbl Kruse realisieren zu wollen, sei ein Zeichen für das Vertrauen in die Stärke des Standortes. Dies könne Vorbildfunktion für andere Unternehmen haben. Für die Ansiedlung neuer Betriebe stehen dort rund 220.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Für Dr. Marcus Kruse, gemeinsam mit Stephan Kölbl Geschäftsführer von Kölbl Kruse, ist das Vorhaben eine Investition in die Zukunft. „Der Standort Zollverein hat eine Strahlkraft weit über Essen und das Ruhrgebiet hinaus. Deshalb ist für uns die Entscheidung, gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien hier ein Zeichen zu setzten, kein Wagnis. Wer hier dabei sein will, muss ein wenig Mut haben, aber vor allem an den Standort glauben. Die Investitionsentscheidung für Zollverein ist uns deshalb leicht gefallen,“ sagte Kruse. Jetzt werde man gemeinsam mit Stiftung und Grundstückseigentümer alles daran setzen, schnellstmöglich das Planungsrecht auf den Weg zu bringen. Da sei die Stadt gefragt. Im Interesse des Standortes sei hier schnelles und flexibles Handeln notwendig.

RAG Montan Immobilien-Chef Noll wies in diesem Rahmen auf zwei Herausforderungen hin, die derzeit vorrangig geklärt werden müssten: die Themen Er-schließung und Kanalsanierung. Hier müsse man auch im Interesse der ansiedlungswilligen Unternehmen den Planungs- und Entscheidungsprozess beschleunigen. „Wir befinden uns im intensiven Dialog mit der Stadt Essen und den Stadt-werken. Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Noll abschließend.

Hermann Marth betonte, er gehe davon aus, dass sich die Stadt gegenüber konkreten Planungen auf dem Kokereistandort und damit verbunden auch kurzfristigen Investitionen aufgeschlossen zeigen werde. „Die erfolgreiche Weiterentwicklung Zollvereins ist für die Stadt Essen sowohl wirtschaftlich ein Gewinn als auch ein Imagegewinn. Dies hat Auswirkungen weit über die Stadtgrenzen hinaus, für die Metropole Ruhr, das Land und ganz Deutschland. Einen vergleichbaren Ort gibt es auf der ganzen Welt nicht noch ein Mal“, sagte Marth.

Weitere Infos:

Die Zeche Zollverein ist ein im Jahre 1986 stillgelegtes Steinkohlebergwerk im nördlichen Essener Stadtteil Katernberg auf insgesamt rund 60 Hektar Fläche. Die Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer übernahmen Ende der 1920er Jahre die Gestaltung der Schachtanlage, die als architektonische und technische Meisterleistung im Bauhaus-Stil galt und richtungsweisend für den sachlich-funktionalen Industriebau wurde.

Die direkt benachbarte Kokerei Zollverein wurde 1957 gebaut und mit Erweiterung und Umbauten bis 1993 betrieben. Sie galt als die modernste Kokerei Europas. Der Standort hat eine Fläche von ca. 40 Hektar.

Seit 2002 gehören die Zeche und die Kokerei Zollverein zum Welterbe der UNESCO. Zollverein ist auch Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur. Zusammen mit der benachbarten Zeche Zollverein entwickelt sich die Kokerei zu einem herausragenden Zukunftsstandort in Nordrhein-Westfalen.

Im Oktober 2008 schlossen die Stiftung Zollverein und die RAG Montan Immobilien eine Kooperationsvereinbarung ab, um den ehemaligen Kokereistandort im Gesamtensemble UNESCO-Welterbe Zollverein voran zu bringen und zu einem attraktiven Wirtschafts-, Kultur- und Tourismusstandort weiter zu entwickeln.

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