Alan Posener, 1949 in London geboren, aufgewachsen in England, Malaysia und Deutschland, engagierte sich in der Studentenbewegung und gehörte einer K-Gruppe an. Nach einer Zeit als Studienrat an einer Berliner Gesamtschule wurde er freier Schriftsteller und arbeitet derzeit als Redakteur bei der Tageszeitung Die Welt. Er verfasste Biographien über John Lennon und Elvis Presley, John F. Kennedy und Franklin D. Roosevelt, William Shakespeare und Maria, die Mutter Jesu (alle bei Rowohlts Monographien). Poseners Vater, der Architekturhistoriker Julius Posener, entstammte einer Familie liberaler und patriotischer deutscher Juden. Dessen Bruder kämpfte im Ersten Weltkrieg für das Kaiserreich, Julius aber im Zweiten Weltkrieg in der britischen Armee gegen Deutschland. Alan Poseners Mutter kommt aus einer Familie, die auf ihre Leistungen für das Empire stolz war. Die bayrischen Eltern seiner Frau waren Mitglieder der NSDAP, vor wie nach dem Krieg gläubige Katholiken. Leben und Schreiben Alan Poseners sind nicht zuletzt davon bestimmt, diesen Menschen und ihren Schicksalen gerecht zu werden, ohne die Identifikationsangebote anzunehmen, die von ihnen ausgehen. Zuletzt gab er die Erinnerungen seines Vaters an die Zeit als britischer Besatzungsoffizier im Buch In Deutschland 1945-45 (Siedler) heraus und kommentierte sie. Alan Posener wird aus diesem Buch und seinem Nachwort vortragen, um in ein Gespräch zu kommen über Identitäten, Verklemmungen und biographische Brüche. Zum Vortrag und zur Diskussion laden wir herzlich ein!