NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück überreicht dem Chirurgen Professor Christoph Broelsch das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

„Das Ansehen der deutschen Medizin auch international ungemein gestärkt“

Essen - Freitag, 20. August 2004

Für seine herausragenden Leistungen in der Chirurgie hat Ministerpräsident Peer Steinbrück am 19. August 2004 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Professor Christoph Broelsch vom Universitätsklinikum Essen überreicht. „Die großen Leistungen von Prof. Dr. Broelsch haben das Ansehen der deutschen Medizin auch international ungemein gestärkt“, sagte der Ministerpräsident. „Neben seiner Tätigkeit als herausragender Chirurg ist Prof. Dr. Broelsch engagierter Protagonist einer Erweiterung des Kreises der Lebendspender. Mit Nachdruck vertritt er damit die Interessen derjenigen, deren Leben von einer rechtzeitigen Organspende abhängt.“

Prof. Dr. Broelsch, 1944 in Hanau geboren, hat 1991 am Beilinson Medical Center in Tel Aviv (Israel) die erste Lebendtransplantation durchgeführt. Im selben Jahr übernahm er die Leitung des Universitätskrankenhauses Eppendorf in Hamburg und führte dort die erste Kinderlebertransplantation in Deutschland von einem Lebendspender durch. 1998 folgte dann die erste Lebendtransplantation einer Erwachsenen-Leber in Deutschland am Universitätsklinikum in Essen. Prof. Dr. Broelsch ist seit 1998 Direktor der Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Essen. Das Essener Transplantationszentrum hat sich unter seiner Leitung zum aktivsten und führenden in Deutschland entwickelt.

Auch im internationalen Bereich hat Professor Broelsch umfangreiche Erfahrungen in seinem Arbeitsbereich gesammelt und hat seine Kenntnisse weitergegeben. Bevor er in Hamburg und Essen wirkte, arbeitete er als Arzt an der Medical School der University of Chicago, Illinois (USA). Er führte das Verfahren der Lebendtransplantation an der Ain Shams Universität in Kairo (Ägypten) ein. Außerdem leistete er Hilfe beim Aufbau von Transplantationszentren in Polen, Rumänien und der Slowakei.

Als Forschungsbeauftragter beziehungsweise als Gastprofessor arbeitete er an der University of California, San Diego (USA), am Max-Planck-Institut für Physiologie in Dortmund, am University Military Hospital in Riad (Saudi Arabien), am Universitäts-Hospital in Mailand und am Chirurgischen Institut der Universität Pisa (Italien).

Hervorzuheben ist auch das ehrenamtliche Engagement von Prof. Dr. Broelsch. So begutachtet er seit 1988 für die Deutsche Forschungsgemeinschaft Großgeräteanträge und Forschungsvorhaben aus den chirurgischen Fächern. Hier müssen der Nutzen von Forschungsvorhaben und der Einsatz von Geräten im Wert von mehr als 150.000 Euro bewertet werden.

Bereits im April 1991 hatte der Bundespräsident Prof. Dr. Broelsch für seine Ver-dienste um die Weiterentwicklung der Lebertransplantationschirurgie das Verdienstkreuz am Bande verliehen.

Herausgeber:

Landespresse- und Informationsamt NRW
40190 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 837 - 11 34
Fax: 0211 / 837 - 11 44
WWW: www.nrw.de


| Mehr

Foto: Landespresseamt / Paul Esser
Foto: Landespresseamt / Paul Esser