Stadtarchäologie - Fund des Monats April 2010

Visualisierung archäologischer Befunde

Als im 13. Jahrhundert um die Stadt Essen herum eine Mauer errichtet wurde, entstand im Bereich des späteren Limbecker Platzes ein Stadttor, das Limbecker Tor, das seinen Namen nach einem kleinen Bach erhielt, der westlich des mittelalterlichen Stadtkerns floss: der Lembecke. Dieser speiste auch den Graben vor der Stadtmauer und ist längst verschwunden und auch den Limbecker Platz gibt es nur noch als Straßennamen. Dort steht mittlerweile das neue Einkaufszentrum. Aufgrund der exponierten Lage direkt vor der ehemaligen Stadtbefestigung und im Bereich eines Stadttores, war bei seinem Bau mit archäologischen Funden zu rechnen und so nutzten die Mitarbeiter der Stadtarchäologie die Möglichkeit, die Bodeneingriffe von Mai 2006 bis August 2008 archäologisch zu begleiten. Aufgrund der ehemals dort vorhandenen großen Kaufhäuser war der Untergrund tiefgreifend gestört und an manchen Stellen nur ein 1 m bis 2 m breiter von Westen nach Osten verlaufender ungestörter Streifen zwischen den Baugruben der alten Kaufhäuser und denen des neuen Einkaufszentrums zu beobachten. So hatten sich einige "Inseln" mit archäologischem Fundgut erhalten und diese machten Einblicke in die mittelalterliche und neuzeitliche Geschichte der Stadt möglich.

Jede Baumaßnahme und die damit verbundene Ausgrabung führt zu einer endgültigen Zerstörung eines archäologischen Reliktes. Die möglichst genaue Dokumentation in Form von Zeichnungen, Fotos und Beschreibungen sind neben dem Bergen des Fundmaterials die letzte Möglichkeit, archäologische Spuren zu konservieren. Über das Verfassen wissenschaftlicher und auch populärwissenschaftlicher Artikel für Ausstellungen, Museen, Zeitschriften oder Bücher werden die über die Archäologie gewonnenen Erkenntnisse verbreitet.

In den letzten Jahren hat eine weitere Möglichkeit immer größere Beliebtheit gefunden: die 3D-Visualisierung, also der Versuch, aus der Dokumentation möglichst genaue Lebensbilder der Vergangenheit im räumlichen Zusammenhang entstehen zu lassen und so "Zeitreisen" möglich zu machen. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster entstand die Idee, den ausgegrabenen Bereich am Limbecker Platz in seinem möglichen mittelalterlichen Aussehen als virtuelle Realität sowohl als Computeranimation, als auch als gedrucktes 3 D-Modell nachzuempfinden.
Entstanden ist so ein Rekonstruktionsvorschlag, der zeigen soll, wie die mittelalterliche Stadtmauer mit vorgelagertem Graben und das dazugehörige Stadttor im Westen der Stadt ausgesehen haben könnte. Als Grundlage für diesen Vorschlag sind unterschiedliche Quellen ausgewertet worden: die archäologische Ausgrabung selbst, historische Überlieferungen aus Urkunden der Stadt, historisches Kartenmaterial und Vergleiche mit bekannten Anlagen.

Das Heft erhält man beim Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster und beim Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege und kann gegen einen rückadressierten Freiumschlag (DIN A 4) zugesandt werden.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

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