Stadtarchäologie - Fund des Monats August 2010

Reste von Sankt Quintin entdeckt?

Nördlich des Essener Münsters befand sich bis 1820/23 die St. Quintinskapelle. 1823 pachtete Maurermeister Schwenninger das Grundstück mit der auferlegten Verpflichtung, es ganz zu planieren und als Garten herzurichten. Auf diesem Gelände wurden beim Ausheben der Baugrube für die Neubebauung jetzt einige mittelalterliche Architekturfragmente entdeckt.
Diese Funde legen nahe, dass bei dem Bau eines Geschäftshauses auf dem Grundstück in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Überreste der zwischen 1820 bis 1823 abgerissenen Kapelle von St. Quintin gefunden wurden und zumindest Teile der alten Steine dem Aufbau der neuen Fundamente dienten.

Bei St. Quintin handelte es sich um einen kleinen rechteckigen Saalbau von knapp 40 Quadratmetern, der durch einen schmalen Chor nach Osten erweitert wurde. Diese Kirche galt lange Zeit als Vorgängerbau der Stiftskirche aus dem 9. Jahrhundert. Angeblich soll die erste Äbtissin und Verwandte (Schwester ?) Altfrids, Gerswid (auch: Gerswith, Gerswit, Gerswida) in der Quintinskapelle bestattet worden sein. Heute wird aber vermutet, dass diese Kapelle erst später entstand.
Die sterblichen Überreste von Gerswid müssen heute als verschollen gelten.

Spätestens vom 14. Jahrhundert an spielte die Quintinskapelle insbesondere bei so genannten Übergangsritualen, so dem Tod einer Stiftsdame, die in der ersten Nacht nach dem Tod hier aufgebahrt wurden und beim Eintritt einer Dame in das Stift, eine besondere Rolle.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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