Stadtarchäologie - Fund des Monats März 2010

Erste Spuren

Am Zehnthof in Essen-Kray wurden bei Abriss von Gebäudebestand aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts einige Streuscherben des 19./20. Jahrhunderts entdeckt. Besonders auffällig waren aber bei weiteren Bodeneingriffen verlagerte Bruchsteine, darunter solche von bis zu 1 x 1 m Größe sowie Überreste von Backsteinfundamenten. Sowohl bei den Bruchsteinen als auch bei den Überresten der Mauern aus Backsteinen könnte es sich um Überreste alter Scheunengebäude handeln, denn das Areal gehörte einmal zu dem Oberhof Eickenscheidt (Ecanscetha). Dieser Hof wird in dem Essener Kettenbuch des späten Mittelalters neben dem Viehof als einer der bedeutendsten Höfe angeführt. Tatsächlich reichen die Anfänge des Hofes sehr weit zurück: Er scheint bereits zur Grundausstattung des Essener Damenstiftes, das um 850 gegründet wurde, gehört zu haben.
Der Hof wurde im 2. Weltkrieg zerstört, geplündert und daraufhin aufgegeben.

Literatur:
Reinhold Kaiser, Der Hoftag in Steele (938), Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet (Essen 1990) Band 2, S. 20-22.;
Thomas Schilp, Die Grundherrschaftsorganisation des hochadligen Damenstiftes Essen. Von der wirtschaftlichen Erschließung zur politisch-administrativen Erfassung des Raumes, Vergessene Zeiten im Ruhrgebiet (Essen 1990), S. 89.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)
© 2020 Stadt Essen