Stadtarchäologie - Fund des Monats Oktober 2010

Fluten veränderten den Lauf der Ruhr

Bei dem Aus- und Umbau der Wassergewinnungsanlage in Überruhr konnten Hinweise auf verschiedene Flutereignisse der Vergangenheit festgestellt werden. Die letzte größere Flutkatastrophe, bei dem die Ruhr sogar ihren Verlauf veränderte, fand 1486 statt.

Schon beim Umbau der Kläranlage in Heisingen konnten Geologen des Ruhr Museums und die Stadtarchäologie 2003 und 2004 Aueböden sowie Ruhrschotter beobachten. Während die Aueböden durch kleinere Teiche, die die historische Grundkarte von 1957 noch für das Gelände verzeichnet, zu erklären sind, konnte das umgelagerte und aufgearbeitete Material des Ruhrschotterkörpers mit der historisch überlieferten großen Ruhrflut von 1486 in Verbindung gebracht werden. Den unteren Abschluss der dokumentierten Schichtenfolge bildeten in Heisingen Reste der Niederterrasse mit mehreren Metern Mächtigkeit.

Auch jetzt fand sich wieder das umgelagerte Material der Flut von 1486. Vor allem Ruhrschotter, in denen noch Holzreste steckten, sind Hinweise auf dieses Ereignis, das den Verlauf der Ruhr grundlegend veränderte. Die Karte von Honigmann 1803/06 verzeichnet noch recht eindrucksvoll den alten Ruhrverlauf im Süden, während im Norden die Ruhr zu sehen ist, wie sie auch heute noch fließt.

2003 konnten in Heisingen sogar jungsteinzeitliche Funde geborgen werden, die aus einem Bach oder sogar einem kleinen Seitenarm der Ruhr stammen. Von diesen Objekten ist eine etwa 7000 Jahre alte Baumstubbe heute im Ruhr Museum zu sehen.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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