Stadtarchäologie - Fund des Monats Juni 2011

Nicht nur Industriearchäologie auf dem Berthold-Beitz-Boulevard

Beim Ausbau des 2.Teilstückes des Berthold-Beitz-Boulevards, nördlich der Pferdbahnstraße, fanden sich unter den sehr spärlichen Spuren eines Kriegsgefangenenlagers mehrere Meter mächtige Aufschüttungen mit Tiegelfragmenten (Abb. 1), Ofenresten usw., die mit einem größtenteils weiter östlich gelegenen, 1909 entstandenen Schießplatz in Verbindung stehen. Weiterhin wurden Relikte entdeckt, die ebenfalls im Zusammenhang mit der ehemaligen Krupp-Gussstahlfabrik stehen: Von besonderem Interesse sind Überreste von Dammanschüttungen für die Werksbahn, und Befunde, die mit der so genannten elektrischen Rundbahn in Verbindung stehen, die um 1910 als Versuchsanlage neben den Kanonen- und Lafetten-Werkstätten errichtet wurde und für Geschütz-Fahrversuche diente.

Auch wurden die Fundamente eines Kühlturmes der ehemaligen Zeche Helene Amalie aufgedeckt.
Diese gehören zum südöstlichen der beiden Kühltürme des ehemaligen Kraftwerkes Helene-Amalie. Das Kraftwerk wurde 1938 erbaut, um alte Tagesanlagen zu ersetzen und als Hüttenkraftwerk für die Friedrich Krupp AG zu bedienen. Die Nähe zur 1842 entstandenen und 1927 in den Besitz der Krupp AG übergegangenen Zeche Helene-Amalie sorgte für kostengünstiges Heizmaterial. Auch nach der Stilllegung der Zeche 1967 blieb es als Kraftwerk bis 1996 in Betrieb, bis die Gebäude baufällig und die Anlage wirtschaftlich nicht mehr tragbar war. Sie beherbergte ursprünglich 5 Kessel, einen seitlichen Anbau für die Pumpen und die Wasseraufbereitung, sowie einen Wasser- und einen achteckigen Kühlturm aus Holz auf einem Betonunterbau. Der südöstliche Turm wurde baugleich erst nach 1943 errichtet. Nachgewiesen werden konnten 2011 mehrere ineinander liegende achteckige Streifenfundamente aus Beton (Abb. 2), auf denen die Kühlturmtasse bzw. die Stützen des Turmgerüstes auflagen. Die Gebäude des Kraftwerkes waren bereits 2008 abgerissen worden.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)
© 2020 Stadt Essen