Stadtarchäologie - Fund des Monats Februar 2015

Die Voßgätters Mühle

Durch das Unwetter vom 9. Juni 2014 wurden an der Voßgätters Mühle, die in Borbeck in der Straße Möllhoven liegt, erstmals archäologische Fundstücke freigelegt. Im Verlauf des Jahres 2014 wurden - meist durch Chris Schulzki (NaBu) aber auch durch die Stadtarchäologie - noch weitere Objekte geborgen: Dazu gehören Mühlsteinfragmente, zwei eiserne Geschützkugeln (ca. 210 g und 250 g, Durchmesser ca. 4,7 cm und 5 cm) und Musketenkugeln und Keramik.

Die Voßgätters- (oder auch Möllhoven- oder Au-) Mühle, deren ursprüngliche Bestimmung heute kaum erkennbar und seit den 1980er Jahren Sitz des NaBu ist, war eine Wassermühle. Die Mühle, die am oberen Pausmühlenbach liegt, wird 1547 urkundlich erwähnt. Von diesem Bauwerk sind keine Spuren mehr erkennbar. 1916 ging die Mühle in den Besitz von Krupp über. Das heutige Mühlengebäude entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Baukundliche Untersuchungen existieren zwar nicht, doch lassen historische Karten den Standort etwa 20 m südwestlich vom heutigen vermuten.

Nicht nur die entdeckten Geschützkugeln und Keramik (16. bis 17. Jahrhundert) lassen annehmen, dass der Standort der ältesten Mühle in unmittelbarer Nähe existierte. Da zudem das nahe Schloss Borbeck während des so genannten Achtzigjährigen Krieges 1590 von spanischen Truppen weitgehend zerstört wurde, könnte hier ein Zusammenhang mit diesen Ereignissen vermutet werden.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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