Stadtarchäologie - Fund des Monats März 2015

Steinzeitliche Funde an der Bochumer Landstraße

Südlich der Bochumer Landstraße erstrecken sich - zur Ruhr hin - weit ausgedehnte, landwirtschaftlich genutzte Flächen. Durch historische Überlieferungen ist bekannt, dass spätestens seit dem Mittelalter auf den Hängen Ackerbau betrieben wurde.

Steinzeitliche Funde wurden hier erstmals 1994 entdeckt. 1997, 1998 und 2002 kamen weitere Geräte hinzu, darunter ist auch ein großes (Länge: 15 cm), kernbeilartiges Gerät zu finden (Abb. 1). Dieses mit wenigen Schlägen aus einem Flintstück herausgeschlagene Stück besitzt noch Reste der stark verwitterten Cortex (Rinde) und weist eine leichte Glanzpatina auf. Eine Datierung dieses außergewöhnlichen Stückes in die Mittlere Steinzeit ist nicht auszuschließen. 2004 wurden sogar einige jungsteinzeitliche Siedlungsgruben ausgegraben und zuletzt gelang 2014 die Entdeckung eines so genannten Mikrolithen - eine gebrochene, einfache Spitze (erhaltene Länge 1,4 cm) - die wiederum eine Datierung in die Mittlere Steinzeit nahe legt (Abb. 2).

Die Funde belegen die Anwesenheit von Menschen seit langer Zeit, vielleicht schon seit der Altsteinzeit in Freisenbruch. Sicher ist, dass sie in der Mittleren Steinzeit hier Lagerplätze hatten und in der Jungsteinzeit eine feste Siedlung besaßen.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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