Stadtarchäologie - Fund des Monats April 2015

Kurzzeitig aufgetaucht: der alte Kupferdreher Hafen

Der Baldeneysee liegt im Süden der Stadt Essen zwischen den Stadtteilen Werden und Kupferdreh und entstand zwischen 1931 und 1933. In den Fluten des neuen Sees versanken nicht nur Überreste alter Gebäude, Wege und Fährenstationen an der Ruhr, sondern auch Mühlenstandorte und ganze Ruhrinseln. Ebenso verschwanden Kohlenniederlagen und Hafenanlagen, wie der alte Werdener und der Kupferdreher Hafen, die an der seit den 1780er Jahren schiffbar gemachten Ruhr lagen.

Ende 2014 wurde der Stauspiegel des Baldeneysees durch den Ruhrverband um 75 Zentimeter abgesenkt, um die Deichanlage bei Schloss Baldeney zu überprüfen, da hier Wasser in das Poldergebiet eindrang. Durch diesen niedrigen Wasserstand wurden die im Baldeneysee versunkenen Reste des alten Kupferdreher Hafens - so Teile des alten befestigten Ufer und der Hafenmole - erkennbar, der etwa bis in die 1880er Jahre in Betrieb war. Aus Beschreibungen ist bekannt, dass hier zum Schutz der Schiffe schon um 1780 ein 400 m langer Uferabschnitt durch ein Reisiggeflecht geschützt war. Vorher galt dieser Abschnitt der Ruhr noch als "gewaltiges Strudelloch". Angelegt im ursprünglichen Mündungsbereich des Deilbaches in die Ruhr, im Ortsteil Dilldorf, wurden über den Hafen, der im 19. Jahrhundert über eine mit Steinen befestigte Hafenmole verfügte, seit 1852 Rohstoffe für die Phönix-Eisenhütte angeliefert und wohl auch Kohle umgeschlagen. Die Hespertalbahn war der Grund, weshalb die Ruhrschifffahrt um 1880 um Erliegen kam.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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