Stadtarchäologie - Fund des Monats Juli 2015

Überreste neuzeitlicher Bebauung am Gänsemarkt

Bereits 2009 wurde in der Straße Gänsemarkt eine Baumaßnahme archäologisch begleitet: Im Mai des Jahres wurde eine große Abfallgrube gefunden. Aus ihr stammen sehr zahlreiche Fragmente von Irdenware etwa des 17./18. Jahrhunderts. Das sehr homogene Typenspektrum legte den Schluss nahe, dass die Keramikfunde aus dem gleichen Zusammenhang stammen. Die vielen Trinkgrapen und die zahlreichen Teller-, Schüssel- und Henkeltopffragmente ließen an eine Schänke denken.

2015 konnten zwischen Gerswidastraße im Westen und der Straße Schwarze Horn im Osten während laufender Kanalbauarbeiten weitere Einblicke in die neuzeitliche Geschichte der Stadt gewonnen werden: In dem Kanalgraben wurden auf Höhe der heutigen Häuser Gänsemarkt 18 bis 22 auf fast 20 Metern Länge Fundamentmauern der Vorgängerbebauung freigelegt. Dem Anschein nach reicht die aufgefundene Bebauung in diesem Abschnitt sicher bis in das 18. Jahrhundert zurück. Vor den Fundamentmauern auf Höhe des heutigen Hauses 20 gelegen, lag eine noch etwa 2,20 m lange und bis in eine Tiefe von etwa 2,00 m unter die moderne Geländeoberkante reichende Grube, in der sich viel Keramik des 18. Jahrhunderts befand. Auch weitere Befunde wurden entdeckt.

Mittelalterliche Schichtreste im Südprofil des Kanalgrabens enthielten noch das Fragment einer Schale des 13./14. Jahrhunderts als ältesten Fund der Untersuchung.

Literatur:
Detlef Hopp, "Fundgrube" am Gänsemarkt, Archäologie im Rheinland 2009 (2010), 179 f.
Detlef Hopp, "Archäologie am Gänsemarkt", in: Essener Beiträge 123, 2010, S. 22-26.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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