Stadtarchäologie - Fund des Monats April 2012

Eine pepperbox aus dem Essener Boden

Herr Siegfried Gabriel las vor mehreren Jahren im Kruppwald einen stark verrosteten Revolver auf, den er 2011 der Stadtarchäologie übergab.

Bei dem Fundstück handelt es sich um einen so genannten Percussions-Bündelrevolver. Der 18 cm lange Revolver besitzt sechs um eine Achse herum angeordnete Läufe - anders als ein üblicher Revolver, der einen Lauf und eine Trommel mit mehreren Trommelkammern hat. Bündelrevolver waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts, vor Entwicklung des Trommelrevolvers, in Gebrauch. Vergleichbare Revolver (auch pepperbox genannt) wurden auch in Europa hergestellt. Bei dem geborgenen Exemplar handelt es sich wohl um das seltene Exemplar eines Perkussions-Bündelrevolvers des Büchsenmachers Gilles Mariette aus Liège, Belgien. Das Herstellungsjahr ist ca. 1840.

Markant ist der Double-Action Ringabzug mit Unterhammer. Deutlich zu erkennen ist die Daumenmulde auf der rechten Seite, die das Aufstecken der Zündhütchen auf die Pistons ermöglicht. Vor Gebrauch musste jedes der Rohre einzeln geladen werden.

Da sogar noch das Holz der Griffschalen erhalten ist, kann auch vermutet werden, dass der Revolver erst nach dem 2. Weltkrieg in den Boden gelangte und möglicherweise aus einer Waffensammlung stammt.

P. Herhaus / D. Hopp

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