Stadtarchäologie - Fund des Monats August 2012

Sumpfig war es vor der Stadt …

Beim Erstellen der Baugrube für die Neubebauung an Stelle des abgerissenen und komplett unterkellerten Kaufhauses (Hansastraße 24-30) konnte in etwa 5 m Tiefe - unterhalb der ehemaligen Kellersohle - ein nur wenige Zentimeter tief erhaltener, evtl. rechteckiger Befund, dessen eine Seitenlänge bei etwa 2 m gelegen haben könnte, mit humoser Verfüllung beobachtet werden. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei diesem Befund um den letzten Rest einer Latrine etwa des 18./19. Jahrhunderts gehandelt haben könnte, die zu der Vorgängerbebauung gehörte.
Weiterhin wurden Feuchtbodensedimente festgestellt, die auf einen Teich oder ein vergleichbar "ruhiges Gewässer" schließen lassen.

Diese Beobachtung ist insofern beachtlich, als die beobachtete Fläche in der Hansastraße außerhalb eines vermuteten älteren, inneren Befestigungsverlaufes des 12. Jahrhunderts, bestehend aus Graben und Plankenzaun liegt, auf den vor vielen Jahren die Heimatforscher R. Jahn und A. Lehnhäuser aufgrund u.a. von Straßennamen - so Grabenstraße - und der so genannten Honigmann´schen Karte von 1803/06 und dem Urkataster von 1822 schlossen.
Der jüngere Befestigungsverlauf aber, zu dem auch eine Stadtmauer gehörte und dessen erste Erwähnung nach Jahn in das Jahr 1548 fällt, verlief weiter südlich des oben genannten Areals, schloss dieses demnach mit ein.
Erst zu diesem Zeitpunkt kann also auch das Areal, in dem die Neubebauung entsteht, trocken gelegt und bebaut worden sein.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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