Stadtarchäologie - Fund des Monats Dezember 2012

Malz statt Kaffee

Zur Zeit entsteht nördlich der Friedrich-Ebert-Straße, dort, wo sich noch bis in die 1990er Jahre Teile des ehemaligen Großmarktes befanden, neue Wohnbebauung.

Bei der Baumaßnahme wurden aufgrund der tief in den Boden hinein reichenden Fundamente nur Spuren entdeckt, die bis in die 1860er Jahre zurück reichen: Abwasserkanäle, Fundamente der alten Wohnbebauung und eben die Mauern des ehemaligen Großmarktes.

Ein ganz interessanter Fund aus der Baugrube sei hier vorgestellt:

Es handelt sich um eine einfache Kaffeekanne (ca. 19 cm hoch, größter Durchmesser ca. 10 cm), die aus dem "Kannenbäckerland" (Westerwald) stammt und wohl in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gefertigt wurde. Wie für andere aus dem Westerwald stammende Keramik typisch, wurde auch der frei gedrehte, zylindrische Körper dieser Kanne mit einer Kobaltbemalung versehen und salzglasiert.

Es ist die erste gut erhaltene Kanne dieser Form, die in Essen gefunden wurde, bisher wurden nur Fragmente, wenn auch recht häufig, bei archäologischen Untersuchungen entdeckt.

Sehr wahrscheinlich war in diesen Kannen, die weit verbreitet waren, häufiger Malzkaffee als kostbarer Bohnenkaffee enthalten.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

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