Stadtarchäologie - Fund des Monats Juli 2012

Die Visualisierung der Essener Stadtbefestigung

Die Stadt Essen ist für viele durch die ehemalige Krupp´sche Gussstahlfabrik und die Steinkohlezechen erst im 19. Jahrhundert entstanden. Dieses alte Bild der Stadt mit Zechen und rauchenden Fabrikschloten prägte über einen langen Zeitraum die heutige Erscheinung der ganzen Region und beeinflusste die Vorstellung vieler Menschen.
Aber nicht erst mit der Gründung des hochadeligen Damenstifts durch Gerswid und den vierten Bischof von Hildesheim, Altfried, um 850 n. Chr., wurde der Kern der späteren Stadt Essen gegründet: Die archäologischen Funde reichen in der Innenstadt viel weiter zurück. Tatsächlich markiert aber die Errichtung des Stifts einen Neuanfang.
Ein weiteres wichtiges Datum ist 1244: Ministeriale und die Bürgerschaft der Siedlung einigten sich damals mit Zustimmung der Äbtissin unter anderem über die zukünftige Befestigung der Stadt. Dieses Datum zeigt den Beginn des Baus der Essener Stadtbefestigung mit Stadtmauer, Toren, Türmen und Gräben an, als dessen letztes Relikt der Heckingsturm 1865 abgerissen wurde.

Da von der Stadtbefestigung oberirdisch nichts mehr vorhanden ist, bietet die Technik der Visualisierung die Möglichkeit, Vergangenes virtuell neu entstehen zu lassen. Mit dem 5. Band der Berichte aus der Essener Denkmalpflege wird ein erster Versuch unternommen, einen Eindruck der historischen Stadt zu vermitteln, wie sie im frühen 19. Jahrhundert ausgesehen haben könnte.
Grundlagen sind die neueren Erkenntnisse der Stadtarchäologie und die kürzlich von Björn Skor vorgelegte Magisterarbeit zur Stadtmauer in Essen. Zusammen mit dem Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster konnten die Möglichkeiten moderner Computerprogramme genutzt werden und es entstand eine dreidimensionale Rekonstruktion des Stadtbildes "um 1810". Dieses Bild zeigt Essen noch vor der Industrialisierung, die der Stadt Reichtum und neue Einwohner bescherte.

Der 5. Band der Berichte aus der Essener Denkmalpflege, der Mitte Juli erscheint, kann kostenlos gegen Übersendung eines frankierten DIN-A4-Rückumschlages vom Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege bezogen werden und liegt auch im Foyer des Essener Rathauses aus.
Die ersten vier erschienenen Bände der Reihe sind mittlerweile vergriffen.

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Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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