Stadtarchäologie - Fund des Monats März 2012

Spuren des großen Stadtbrandes in Werden entdeckt?

Bei Bauarbeiten in der Heckstraße konnte beim Ausheben einer er etwa 3,00 m tiefen Baugrube im Herbst 2011 durch die Stadtarchäologie im östlichen Grubenprofil eine bis zu 2,00 m tiefe, mit humosem Material, Ziegeln, Backsteinen und Sandsteinen verfüllte Grube (St. 2) des 19./20. Jahrhunderts festgestellt werden. Im westlichen Grubenprofil befand sich eine etwa bis zu 2,00 m tiefe und mindestens 3,00 m breite, sohlenförmige Grube (St. 3), die mit hellem Lehm und sehr viel verbranntem Lehm und Ruhrsandstein, z.T. mit Brandspuren, verfüllt war.
Ein Zusammenhang mit dem verheerenden Stadtbrand in Werden von 1498 kann vermutet, aber noch nicht bewiesen werden, denn auch andere Ursachen für das Zustandekommen des Befundes sind möglich. Bei dem Brand von 1498 wurde damals die selbständige Stadt Werden nahezu vollständig zerstört. - Auch das nahe Haus Heck fiel damals den Flammen zum Opfer. -
Das 2010 abgerissene Gebäude, zu dem auch ein Gewölbekeller aus Ruhrsandsteinen gehörte, der ohne erkennbare Baugrube in den anstehenden Lehm gesetzt wurde, könnte etwa im 18. Jahrhundert entstanden sein. Bemerkenswert ist im oben beschriebenen Zusammenhang aber, dass einzelne der Ruhrsandsteine der etwa 0,50 m starken Kellerwände Brandspuren aufwiesen, ein Zeichen dafür, dass sie hier als Baumaterial eine sekundäre Verwendung fanden. Zumindest für diese Steine ist zu überlegen, ob sie nicht mit dem Brand von 1498 in Zusammenhang gebracht werden können. Auch der älteste Fund der Untersuchung, eine Gefäßscherbe Siegburger Art etwa des 15. Jahrhunderts, in erwähnenswert.
Da die mittelalterliche Stadtmauer Werdens weiter südlich, in der Wigstraße, verlief, lag das Gebäude zwar außerhalb der ehemals selbständigen Stadt Werden. Aber schon in der Stadtansicht Werdens von Braun und Hogenberg (Civitates orbis terrarum, 1581) sind nördlich der Wigstraße mehrere Gebäude - darunter auch das Haus Heck - eingezeichnet.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)
© 2020 Stadt Essen