Stadtarchäologie - Fund des Monats August 2013

Spuren - entdecken, lesen und verstehen

Das neue Buch mit Berichten der Stadtarchäologie aus den letzten fünf Jahren ist beim Klartext-Verlag erschienen.
Klartext Verlag, Essen 2013, ISBN 978-3-8375-0888-8, Preis: 14,95 €

In den letzten fünf Jahren hat die Essener Stadtarchäologie den Beweis führen können, dass Archäologie in der Lage ist, grundlegende neue Erkenntnisse auch in die Forschung des 19./20. Jahrhunderts einzubringen. Seien es in Vergangenheit geratene Relikte industrieller Anlagen, nicht mehr bekannte Luftschutzeinrichtungen oder Hinterlassenschaften aus der Zeit des 2. Weltkrieges, die sogar einen Einblick in persönliche Schicksale eröffnen: So bilden die Beschreibungen der Überreste der Schwerindustrie einen Schwerpunkt des neuen Buches: Im durch die rasante Industrialisierung geprägten Ruhrgebiet fanden viele technische Entwicklungen statt, deren Spuren aufgrund des Strukturwandels immer mehr "verschwinden". Die Essener Stadtarchäologie war eine der ersten, die versuchte, auch aus fachlicher Sicht einen Umgang mit diesem zuweilen unbequemen Erbe zu finden. Das große öffentliche Interesse, das sich gerade in der Berichterstattung der Tagespresse zu diesem Thema und mit den wachsenden Besucherzahlen der jährlichen Ausstellungen zur Stadtarchäologie belegen lässt, zeigt die Richtigkeit und Wichtigkeit des eingeschlagenen Weges.

Da in Essen durch die Industrialisierung, die Kriegszerstörungen, den folgenden Wiederaufbau und durch den Strukturwandel sehr viel archäologische Substanz zerstört wurde, gingen auch zahllose Spuren in dieser an Archäologie einst so reichen Stadt unbeobachtet verloren. Um so gewichtiger sind die Beobachtungen der letzten Jahre zu bewerten. Die schönen Einzelfunde der letzten fünf Jahre, die u.a. vorgestellt werden, darunter eine Axt aus Amphibolit aus Kettwig, stellen gleichzeitig die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung in Essen dar.

In den letzten Jahren entdeckte Siedlungsspuren aus der Bronze - und der Eisenzeit, sowie der römischen Kaiserzeit, lassen vermuten, dass auf Essener Stadtgebiet bereits zu dieser Zeit ein relativ dichtes Netz an Gehöften und Ansiedlungen mit den dazu gehörenden Begräbnisplätzen existierte.

Der neue Band der Stadtarchäologie beinhaltet 29 Berichte, unter denen u.a. das mittelalterliche Werden einen besonderen Platz einnimmt. Sowohl auf dem Gelände der ehemaligen Abtei als auch im historischen Ortskern fanden wissenschaftlich hoch spannende Ausgrabungen statt. So zeugen aus dem Teich der Abtei, der sich am Standort der heutigen Bibliothek befand, zahllose Holzfunde von Fischfang, während steinerne Wehre von Mühlen berichten, die im neunten Jahrhundert hier existierten. Metall- und Glasfunde am Ufer desselben Teiches und in der Brückstraße künden vom Handwerk vor mehr als 1000 Jahren.

Begleiten sie also die Stadtarchäologie auf eine neue Tour von der Jetztzeit zurück in die Vorzeit Essens: Es gibt viel mehr zu entdecken, als viele glauben.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

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