Stadtarchäologie - Fund des Monats Dezember 2013

Auf den Spuren der Rheinischen Eisenbahn

Zwischen Juli und Oktober 2013 entstand nördlich der Bargmannstraße die Baugrube für die Neubebauung in der Grünen Mitte. Unter den zuvor entfernten, jüngsten Gleisanlagen fanden sich in etwa vier Metern Tiefe weitere Überreste der frühen Essener Bahngeschichte:
In der Fläche ließen sich im Lehmboden mehrere Bahntrassen durch bis in den Lehmboden eingedrückte Reste alter Gleisbetten nachweisen. Die verschiedenen gemessenen Längen von Bahnschwellenabdrücken lassen auf unterschiedliche Spurweiten schließen. Unter diesen Spuren sind die ältesten Relikte der frühen Zweigbahn Osterath-Essen der Rheinischen Eisenbahn, deren Bahnhof Nord 1866 eröffnet worden war, sowie die Überreste mindestens einer Schmalspurbahn, die vielleicht der Erschließung des Areals - beispielsweise dem Kiestransport - diente.

Bemerkenswert sind auch Überreste von Pumpbrunnen der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein Brunnen mit Röhren aus Kiefernholz wurde noch am Ursprungsort angetroffen.

Herauszuheben ist auch die Entdeckung von zwei Drehscheibengruben für Lokomotiven. Die aus Backsteinen errichteten Unter-Konstruktionen könnten etwa zwischen in den 1870er und 1890er Jahren entstanden sein. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang 2012 in der benachbarten östlichen Baugrube in etwa 2 m Tiefe entdeckte Überreste eines Lokschuppens, der bereits 1870 in der so genannten Steuerkarte verzeichnet ist.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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