Stadtarchäologie - Fund des Monats Februar 2013

Ein steinzeitliches Beil in Kettwig

2012 meldete Holger Schaumkell der Stadtarchäologie ein über 4000 Jahre altes, etwa 10,5 cm langes Beil aus Feuerstein, das er Ende 2011 bei Freilegung der Fundamente des Gebäudes "An der Pierburg" fand.
Aufgrund seiner charakteristischen Form kann das Beil in die Jungsteinzeit datiert werden und ist zwischen 4000 bis 6000 Jahre alt.

Spannend ist der Fundort selbst, "die alte Baugrube" des Hauses. Das Gebäude befindet sich nämlich dort, wo der alte Kotten Finkenburg stand. Es stellt sich die Frage, wie das Beil in die Baugrube hinein gelangt. War es ein Zufall, weil es vielleicht hier einmal eine jungsteinzeitliche Siedlung gab, die beim Hausbau zerstört wurde? Der nächste bekannte steinzeitliche Fundplatz ist zwar über einen Kilometer entfernt und liegt in der Kamisheide, doch auszuschließen ist das nicht. Oder wurde es beim Bau des Hauses oder auch später, immerhin wird ein "Vinckenberch" schon 1511 in einer Steuereinschätzung urkundlich erwähnt, vielleicht als Talisman, in den Boden gelegt? Denn steinzeitliche Beile waren in der Vergangenheit unter dem volkstümlichen Namen "Donnerkeile" bekannt. Man kannte damals zwar den Zweck dieser steinzeitlichen Geräte nicht, sagte ihnen aber nach, dass sie das Haus vor Blitzschlag bewahren können. Und so ist es auch hier nicht auszuschließen, dass ein solcher "Donnerkeil" absichtlich in den Boden gelegt wurde, um das Haus zu schützen.

Leider ließen sich diese Fragen vor Ort nicht mehr klären, weil die Baugrube schon verfüllt war. Und um das Haus herum war nichts Jungsteinzeitliches mehr zu finden.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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