Stadtarchäologie - Fund des Monats Oktober 2013

Zwischen Mühlengraben und Seepromenade in Kettwig

Der alte Mühlengraben, eine alter Seitenarm der Ruhr, an den noch der Straßenname Am Mühlengraben in Kettwig erinnert, ist praktisch nur noch im Bereich der alten Brücke erhalten geblieben, die 1786 Abt Bernhard II. von Werden anlegen ließ.

Auf dem Gelände zwischen Ringstraße, Bachstraße und Promenadenweg, auf dem jetzt das Bauprojekt Seepromenade umgesetzt wird, befand sich die Scheidt´schen Textilfabrik, deren Anfänge bis in das Jahr 1868 zurück verfolgt werden können, als hier mit Klein-Schlatter die so genannte Zanellafabrik für 300 Maschinenstühle mit Färberei entstand. Zuvor war hier aber ein sumpfiges, als Weideland genutztes Gelände: Ruhrfluten hat es in vergangenen Zeiten immer wieder gegeben und sie sind z. T. auch historisch überliefert, wie beispielsweise die Katastrophenhochwasser von 1485 und 1495, bei denen es sogar zu Verlagerungen des Ruhrverlaufes kam. Nach den beiden Katastrophen musste deshalb, zur Sicherung der Wasserzufuhr für die Kornmühle, die am Mühlengraben stand, eine Schlagd - ein Steinwall - angelegt werden. So wundert es nicht, dass jetzt beim Aushub der Baugruben für die Neubebauung auch Ruhrkiese und alte, aufgeschwemmte Böden angetroffen wurden. Im Südosten der Fläche fanden sich zudem in einer Tiefe von circa 2,0 m unter der modernen Oberfläche sogar vereinzelte archäologische Befunde, so eine Feuerstelle und mehrere Pfostenspuren, die eventuell zu einem Zaum gehörten. Ob diese Befunde mittelalterlich oder sogar noch älter sein können, wie aufgrund einzelner, aufgelesener Scherben von Tongefäßen der römischen Kaiserzeit angenommen werden kann, ließ sich vor Ort nicht mehr klären.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)
© 2020 Stadt Essen