Stadtarchäologie - Fund des Monats April 2014

Riesenspinnenschnecke am Kettwiger Ruhrbogen

Im Rahmen der Aufbereitung des ehemaligen Geländes der Firma "Markmann & Moll" in Kettwig für das Neubauprojekt "Kettwiger Ruhrbogen", fanden zwischen November 2013 und Februar 2014 Bodeneingriffe statt.

Gegen Ende dieser, von der Stadtarchäologie begleiteten Maßnahmen, kam noch eine Überraschung zum Vorschein: In den zuunterst liegenden Aufschüttungen von Müll aus Kettwiger Haushalten fand sich ein großes Schneckengehäuse. Diese ältesten Schichten reichen mindestens bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges zurück.

Bei dem Fund handelt es sich um ein Exemplar der Riesenspinnenschnecke (lat.: Lambis truncata truncata), welche im Indischen Ozean u.a. zwischen Tansania, Madagaskar und Mauritius sowie im Pazifischen Ozean rund um die Philippinen verbreitet ist. Mit einer Größe von bis zu 40 cm ist die Riesenspinnenschnecke die größte und schwerste unter den so genannten Spinnenschnecken. Das in Kettwig aufgefundene Stück hat eine Länge von 33 cm und ist mit dieser Größe wahrscheinlich voll ausgewachsen.

Wie die Schnecke in die Aufschüttungen am Kettwiger Ruhrbogen geraten ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Aufgrund ihrer Datierung in die Zeit des Ersten Weltkrieges (oder davor) und ihres Verbreitungsgebietes ist es beispielsweise denkbar, dass sie von einem in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania, lebenden Deutschen als Souvenir mit nach Hause gebracht wurde. Vielleicht wurde sie hierzulande aber auch einfach in einem Kolonialwarenladen als exotische Dekoration erworben.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)
© 2020 Stadt Essen