Stadtarchäologie - Fund des Monats August 2014

Spannende Bahngeschichte in der Grünen Mitte: Spuren der Rheinischen Bahn an der Bargmannstraße

Der neunte Band der Berichte aus der Essener Denkmalpflege liegt vor.

2013 schritten die Bauarbeiten in der Grünen Mitte, die jetzt die neue Verbindung zwischen Universität und Innenstadt ist, zügig voran. Auf ihrer Westseite, nördlich der neuen Bargmannstraße, wurde eine Baustelle eingerichtet, die von der Stadtarchäologie begleitet wurde.

Dabei ließen sich im Lehmboden, in einer Tiefe von ca. 4,0 m unter der modernen Geländeoberkante, Gleise von Bahnen durch die bis in den Lehmboden hineingedrückten Reste alter Gleisbetten nachweisen. Unter den entdeckten alten Spuren der Bahngleise sind auch die ältesten Relikte der frühen Zweigbahn Osterath-Essen der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, deren Strecke, mit dem daran liegenden Bahnhof Nord, im Jahr 1866 eröffnet worden war. Die verschiedenen gemessenen Längen der Bahnschwellen-Abdrücke ließen auf unterschiedliche Spurweiten schließen. So fanden sich auch die Abdrücke des in den Boden hineingedrückten Gleisunterbaus von Schmalspurbahnen, die unter anderem der Erschließung des Areals - so beispielsweise dem Kiestransport in den 1860er Jahren, gedient haben könnten. Zu nennen ist auch die Entdeckung von Drehscheiben, mit denen die Schienenfahrzeuge auf andere Gleise oder in eine andere Position umgesetzt werden konnten. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang 2012 in der östlich benachbarten Baugrube in etwa 2 m Tiefe beobachteten Überreste eines Lokschuppens, der bereits 1870 in der so genannten Steuerkarte verzeichnet worden ist.

Die Stadtarchäologie legt mit den "Spuren der Rheinischen Bahn an der Bargmannstraße" in Zusammenarbeit mit dem Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster nun den 9. Band der Berichte aus der Essener Denkmalpflege vor.

Dieser kann kostenlos im Rathaus der Stadt Essen und beim Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege, Rathenaustr. 2, 45121 Essen gegen Übersendung eines freigemachten, rückadressierten Umschlages (DIN A 4) bezogen werden kann.

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Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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