Stadtarchäologie - Fund des Monats Mai 2014

... und auch Hinterlassenschaften aus dem Besitz der Familie des Dr. Arnold Krupp

Im März 2014 konnte die Stadtarchäologie Essen Ausgleichsmaßnahmen, die durch die Neubebauung zwischen Rottstraße, Kastanienallee und I. Weberstraße notwendig geworden waren, archäologisch begleiten. Dabei wurden nördlich der Kreuzeskirche vor allem Ziegel- und Bruchsteinmauern festgestellt. Diese Befunde stehen mit dem Haus "Im Aschebruch" in Verbindung:

Die Hof (auch Aschenbrock) wird bereits 1373 urkundlich erwähnt. Er geht auf das Ministerialengeschlecht der Essener Gegend von der Dorneburg, gen. Aschenbrock zurück, dessen Mitglied Rutger Anfang des 14. Jahrhunderts Schulte des Viehofes im Stifte Essen war. In dem Hause Aschebruch lebte später Bürgermeister Arnold Krupp (um 1662-1734). Das Gebäude musste spätestens dem Bau der Kreuzeskirche (erbaut zwischen 1894-96) weichen.

Aus einer Abfallgrube der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen Überreste der Dachdeckung und aus einem größeren grubenähnlichen Befund (St. 3), der knapp außerhalb des Hauses Aschebruch lag, stammen viel Irdenware - u.a. mit Malhorn-Dekor - des 17./18. Jahrhunderts, doch auch niederländische Fayencen und Steinzeug Siegburger Art, darunter das Fragment einer so genannten Pilgerflasche des 17. Jahrhunderts. Besonders erwähnenswert sind zudem ein Fingerhut aus Metall und ein kleiner Spinnwirtel aus Ton.

Von Arnold Krupp (ca. 1660 bis 1743) ist bekannt, dass er auf dem Gelände, auf dem sich heute die Kreuzeskirche erhebt, im erwähnten Haus Aschebruch mit seiner großen Familie lebte. Er studierte in Bremen und Duisburg und promovierte 1688 in Gießen zum Doktor beider Rechte. Von 1703 bis 1734 war er zunächst erster, dann zweiter Bürgermeister. 1709 erwarb er den Hof Aschebruch und lebte dort mit 12 (?) Kindern und seiner Frau Anna Gertud, geb. Burckhardt. Das Haus, das nach F.G. Kraft ein "prächtiges Besitztum" gewesen sein soll, blieb noch bis 1764 im Eigentum der Familie Krupp. Später lebte hier u.a. die Familie Waldthausen, die auch noch 1885 - als in dem Hause ein Reallehrer Dörschel lebte - Eigentümer war.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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