Stadtarchäologie - Fund des Monats Dezember 2016

Und wieder: Spuren uralter Gräber auf dem Burgplatz

2017 wird es auf dem Burgplatz zur Sanierung alter Kanalleitungen kommen: Durch den Bodendruck sind in der jüngeren Vergangenheit die alten Leitungsrohre zum Teil eingebrochen. Um Bodeneingriffe zu minimieren, der Burgplatz ist ein geschütztes Bodendenkmal, wurde der Untergrund durch Sondagebohrungen erkundet.

Gleich bei mehreren Bohrungen - vor der Zaunanlage und damit außerhalb des Domplatzes - wurden Hinweise auf archäologische Befunde angetroffen. Besonders aber eine der Bohrungen lieferte wertvolle Hinweise: Zunächst wurden in 1,35 m Tiefe Überreste menschlicher Gebeine angetroffen. Erstaunlicherweise wurde in dem gleichen Bohrloch, zwischen 2,00 bis 2,50 m ein helles Sand-Lehm-Gemisch mit verwittertem Bruchstein und Mörtel angeschnitten. Und noch darunter fand sich eine etwa 0,20 m starke Schicht mit weiteren, allerdings dunkler gefärbten Knochenpartikeln und Holz/Holzkohle. Diese Fundlage ist natürlich besonders interessant, wurden doch in der Kettwiger Straße und vor der Domschatzkammer die ältesten Gräber in einer ähnlich großen Tiefe gefunden! Die ältesten archäologisch untersuchten Gräber im Bereich des Burgplatzes reichen zurück bis ins 7. Jahrhundert nach Christus und wurden in der Kettwiger Straße entdeckt. Die meisten Gräber, die auf dem Domplatz und bei anderen Untersuchungen gefunden wurden, sind hochmittelalterlich und jünger.

Aufgrund des geringen Durchmessers der Bohrung ist es natürlich nicht klar, ob eventuell intakte Überreste von Bestattungen angeschnitten wurden, doch ist es durchaus möglich:

Und schon 1928 wurden angeblich auf der Südseite des Burgplatzes, zur Akazienallee hin, dislozierte Menschenknochen entdeckt!

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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