Stadtarchäologie - Fund des Monats September 2016

Unter dem Bahndamm …

An der Hafenstraße in Vogelheim wurden 2015 bis 2016 Baumaßnahmen durch die Stadtarchäologie begleitet. Beim Abtrag eines Teils des bestehenden Bahndammes der so genannten Krupp´schen Hafenbahn zum Rhein-Herne-Kanal, der in den 1920er Jahren angelegt worden war, wurden Schlacken, Ziegel, Schamotteziegel und Düsenziegelreste sowie sehr viele Reste von Tiegeln zum Stahlguss festgestellt.

1811/12 wurde in Essen die Friedrich Krupp Gusstahlfabrik gegründet, erste Schmelzversuche fanden schon 1811, noch in so genannten Passauer Graphittontiegeln, statt. In Gießereien waren Tiegel üblich, denen mehr oder weniger Graphit beigemengt war, denn je mehr Graphit sie enthielten, desto feuerfester waren sie. Allerdings hatte Friedrich Krupp (1787-1826) schon während seiner Arbeit in der Hütte Gute Hoffnung erkannt, wie wichtig feuerfeste Tiegel für die Gussstahlherstellung waren und verlegte sich darauf eigene, noch bessere herzustellen. 1813 starteten die ersten Versuche mit eigenen Tiegeln, die vor dem Einsetzen in die Öfen mit Deckel und Stopfen verschlossen wurden. Alfred Krupp (1812-1887) ging, um die gute Qualität des Gussstahls zu garantieren, trotz der höheren Kosten, schon frühzeitig dazu über, jeden Tiegel nur einmal benutzen zu lassen. So wurden beispielsweise 1912 zwischen 4500 bis 5000 Tiegel täglich hergestellt. Das erklärt die enormen Mengen beobachteter Tiegelreste, obgleich auch Tiegel zermahlen und das so neu gewonnene Material wieder zur Tiegelproduktion verwandt wurde.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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