Stadtarchäologie - Fund des Monats April 2018

Wurfscheibe oder Spielscheibe

2017 fand die Stadtarchäologie bei systematischen Begehungen in Fischlaken, neben steinzeitlichen Geräten aus Feuerstein, auch eine gerundete und etwa 1,5 cm dicke Scheibe aus Ruhrsandstein, mit einem Durchmesser von rund 7,5 cm. Vergleichbare Stücke wurden in Essen bisher selten gefunden und dann in das Mittelalter datiert.

Auf dem ersten Blick erscheint es jedenfalls wahrscheinlich, dass dieser Fund ins Mittelalter gehört: Ein Vergleich mit den Essener Funden aus Bredeny, Heidhausen oder aus Kettwig und mit Funden aus der Umgebung zeigt, dass diese Scheiben vermutlich als Spielsteine genutzt wurden: Von der Essener und auch der Hattinger Isenburg stammen gleich mehrere dieser Exemplare, die aufgrund des Fundzusammenhangs ins 13. Jahrhundert datiert werden können. Angenommen wurde, dass diese Objekte, zu denen sich in Hattingen auch Steinkugeln gesellten, vielleicht zu einer Art Wurfspiel gehörten, wie es in vergleichbarer Form in Italien oder Frankreich noch heute - Boccia und Boule - gespielt wird.

Besonders spannend an dem neuen Fund ist aber, dass bisher vom Fundplatz praktisch nur mittel- und jungsteinzeitliche Objekte aufgesammelt wurden.

Ob die neue Steinscheibe tatsächlich, wie auch die anderen vergleichbaren Funde aus dem Essener Stadtgebiet, als Spielscheibe genutzt wurde und so in das Mittelalter datiert werden kann oder letztlich doch älter ist, muss noch offen bleiben. Beim derzeitigen Kenntnisstand und ohne genauere naturwissenschaftliche Untersuchungen kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sie in der Steinzeit beispielsweise als eine Art Wurfscheibe, z.B. bei der Jagd, verwandt wurde.

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
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