Stadtarchäologie - Fund des Monats Juni 2019

Überraschende Funde südlich der Bottroper Straße

Während der Bauarbeiten südlich der Bottroper Straße wurden Mühlsteine aus rotem Weserbergland-Sandstein und einige alte Bauhölzer gefunden, die zusammen mit gewaltigen Mengen Abrissschutts und dem noch etwa 1,50 m langen Überrest einer gebrochenen, hölzernen Leitung lagen. Ähnliche Leitungen, die beispielsweise bei den Untersuchungen am Limbecker Platz und in der Grünen Mitte gefunden wurden, konnten noch etwa drei Meter lang sein und bestanden aus Kiefernholz und stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Der auf dem ersten Blick etwas verwirrende Befund - die große Ansammlung "alten" Industrieschutts und Überreste einer Mühle - verweist nicht nur auf größere Baumaßnahmen innerhalb der Krupp-Gussstahlfabrik, sondern möglicherweise auch auf eine gemeinsame Herkunft des Materials: Es könnte vor allem das Areal der ehemaligen Schäfers Windmühle, zu der auch eine Ölmühle gehörte, in Frage kommen:

1868 kaufte Krupp die Windmühle für die firmeneigene Bäckerei. Es entstand eine Dampfmühle, die 1879 in die Bäckerei eingebaut wurde, so dass schließlich die alte Windmühle 1883 abgerissen wurde, auch weil sie der Erweiterung der Friedrich-Krupp Gussstahlfabrik weichen musste. In den 1890er Jahren, um 1910/11 und auch später erfuhr das alte Areal der Schäfers Windmühle weitere Veränderungen: Besonders das so genannte Martinwerk I, das unweit der Windmühle bestand, wurde umgebaut.

Vielleicht stammen von hier die Funde?

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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