Stadtarchäologie - Fund des Monats März 2020

Weitere Mosaiksteine zum alten Rellinghausen

Nach Abriss der Bestandsgebäude an der Frankenstraße wurde die Stadtarchäologie im Herbst 2019 auf die Baumaßnahme aufmerksam. Obwohl die Fläche bis in die jüngste Vergangenheit stark überbaut war, konnten bei der archäologischen Begleitung einige mittelalterliche und neuzeitliche Spuren freigelegt werden: Darunter fanden sich Fundamentreste einer Bebauung, die noch aus dem 18. Jahrhundert stammen könnten und einige Abfallgruben. Möglicherweise blieben sogar noch geringe Überreste eines Brunnens erhalten, von dem auch die Bauarbeiter und eine Anwohnerin sprachen. Wo er allerdings genau lag, war nicht mehr zu ermitteln, weil darüber im 20. Jahrhundert Gebäude errichtet wurden.

Der betroffene Bereich selbst liegt circa 150 m südöstlich von St. Lambertus und damit schon außerhalb des ehemaligen Stifts auf einem flachen, nach Norden und Osten hin abfallenden Hang.

Die Anfänge Rellinghausens reichen weit zurück: Der heutige Essener Ortsteil - der früher auch die Namen Ruoldinghus, Ruodlingshus und Rellekhusen trug - entstand wahrscheinlich aus einem Hof des Ehepaares Eggihard (Eginhard) und Rikilt und lag um 860 im Bereich des heutigen Stiftsplatzes. Erst später entstand hier die Stiftskirche St. Lambertus.

Der älteste Fund der neuen Untersuchung, eine unscheinbare Scherbe wohl einer Henkelkanne, stammt wahrscheinlich aus dem 9. Jahrhundert und damit aus der Frühzeit Rellinghausens.

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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