Stadtarchäologie - Fund des Monats April 2020

Nur wenige Spuren der ältesten evangelischen Kirche in Rellinghausen gefunden

Nach dem 30jährigen Krieg entschloss sich die evangelische Gemeinde Rellinghausen, deren Anfänge bis in das 16. Jahrhundert zurück reichen, eine eigene Kirche und eine Schule zu bauen sowie einen Pfarrer zu berufen. 1654 wurde auf dem Areal Oberstraße 55 mit den Bauarbeiten begonnen, diese aber alsbald eingestellt. Erst 1663 gelang es, nach langwierigen Auseinandersetzungen, zunächst noch mit der Pröpstin des Stifts, dann seit 1661, mit der Fürstäbtissin in Essen, die Arbeiten fortzusetzen und sogar im gleichen Jahr fertigzustellen. Der aus Holz über einem Steinsockel errichtet Kirchenbau war angeblich 15 m lang, 11 m breit und 6,50 m hoch.

Nach gut 100 Jahren war dieses Gebäude nicht nur zu klein für die Gemeinde, sondern auch baufällig. Am 8. April 1772 wurde der Grundstein für einen neuen Kirchenbau, der sich westlich des alten Standortes befand, gelegt.

Bei den Aushubarbeiten auf dem Areal des Bodelschwinghstraße 55 kam es Ende 2019 zu Bodeneingriffen, die bis 3 m tief in den Boden hineinreichten. Die Stadtarchäologie hat bei den Aushubarbeiten nur wenige Reste der ältesten evangelischen Kirche aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Abgesehen von einigen umgelagerten Bruchsteinen, die vielleicht Überreste des in Lehm gesetzten Fundamentsockels gewesen sein könnten, konnten keine weiteren Spuren gefunden werden, die auf die alte Kirche hinweisen. Grund hierfür ist, dass nach dem 2. Weltkrieg an der Stelle ein größerer Baukomplex errichtet wurde, der erst vor kurzem abgerissen wurde.

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
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