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Essen forscht und heilt

Portraitfoto Nicolai Scholzen

Nicolai Scholzen, Direktor der Apotheker und Ärztebank Essen

Logo der Aktionsgemeinschaft Essen forscht und heilt

Perspektivgespräche Medizin, Forschung und Gesundheitswirtschaft

Ein Beitrag von Nicolai Scholzen, Direktor der Apotheker und Ärztebank Essen und Partner der Initiative "Essen.Gesund.Vernetzt."

Stichwort: Gesundheitssystem

Die Gesundheitsversorgung auf allen Ebenen und Sektoren ist in erster Linie eine soziale Aufgabe und Herausforderung. Menschen, die sich krankheitsbedingt in eine medizinische Behandlung begeben, erwarten die bestmöglichen Therapien und Medikationen zum schnellstmöglichen Zeitpunkt. Hierauf haben sie ein Anrecht!

Stichwort: Gesundheitswirtschaft

Neben der medizinischen Versorgung als soziale Aufgabe spielt auch der Faktor Ökonomie eine bedeutende Rolle. Das deutsche Gesundheitswirtschaft (Leistungsträger und assistierende Unternehmen) ist der Jobmotor in Deutschland. Mehr als 6 Millionen Menschen arbeiten deutschlandweit in oder für die Medizin. Insbesondere in vielen Kommunen stellt die Gesundheitswirtschaft eine relevante oder gar dominierende volkswirtschaftliche Rolle dar. Nehmen sie beispielhaft unsere Stadt Essen. Hier arbeiten alleine mehr als 45.000 Menschen sozialversicherungspflichtig für Medizin und Gesundheit, was einen Anteil an allen Beschäftigten dieser Gruppe von rund 18 % ausmacht. Im Bundesschnitt liegt der Anteil bei ca. 12 %. Das Bundeswirtschaftsministerium nennt die Branche einen "Stabilisator" der deutschen Wirtschaftsentwicklung, da das jährliche Wachstum seit vielen Jahren deutlich über dem Gesamtwachstum der deutschen Wirtschaft liegt.

Stichwort: Herausforderungen für Medizin und Gesundheitswirtschaft

Die Herausforderungen liegen in der demografischen Entwicklung, in den sich wandelnden Anforderungen an Versorgung und Pflege sowie in der Arbeitsplatzentwicklung.

Die Menschen werden älter – und das ist gut! Damit ergeben sich aber auch medizinische, pflegerische und medizintechnische Herausforderungen in völlig neuen Dimensionen. Die Leistungs- und Kostenträger der Medizin benötigen hierfür politisch und wirtschaftlich belastbare perspektiven, denn kaum eine Wirtschaftsbranche, vielleicht aktuell mit Ausnahme der Energiewirtschaft, ist so von politischen Rahmenbedingungen abhängig, wie unser Gesundheitssystem. Aus diesem Grund kooperieren wir als Bank mit allen relevanten Systemakteuren zusammen, um frühzeitig Entwicklungen zu erkennen, sie zu thematisieren und entsprechende Angebote zu machen. Diese sind auch wichtig, um Akteuren der Medizin und Pharmazie sowie den kommenden Nachwuchskräften individualisierte Finanzierungsmodelle anzubieten, um betriebswirtschaftliche Herausforderungen einerseits und Arbeitszeitmodelle andererseits frühzeitig zu begleiten.

Unser Gesundheitswesen im demografischen Wandel zu erhalten, heißt aber auch ausreichend viele und möglichst gut ausgebildete Fachkräfte im akademischen und nichtakademischen Bereich zu bekommen. Insbesondere in der Pflege, hier sei im Besonderen die Altenpflege genannt, fehlen schon heute viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir brauchen hier den Konsens aller Akteure aus Politik, Medizin, Pflege und Rehabilitation. Insbesondere benötigen wir auch bürgerschaftlich organisierte Modelle, um unser aller Ziel, nämlich "lebenslanges Wohnen" im häuslichen Umfeld bestmöglich zu gewährleisten. Mit Interesse habe ich deshalb vom Projekt "NAEHE" gehört, was gerade einen solchen Ansatz als Pilotprojekt im Essener Mittelzentrum Steele testet. Hier haben sich Akteure der Stadt Essen, der Kostenträger und des Stadtteils zu einer Assistenzgemeinschaft zusammen gefunden.


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