Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung betrifft alle krankenversicherten Bürgerinnen und Bürger. Als Pflichtmitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, wird man Mitglied der Pflegekasse dieser Krankenkasse, auch ohne Antrag. Ist man freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, hat man die Wahl zwischen sozialer oder privater Pflegversicherung, dazu muß man aber bei der gesetzlichen Krankenkasse einen Antrag stellen. Als Privat Krankenversicherter schließt man eine private Pflegeversicherung ab.

Der Grad der Hilfsbedürftigkeit wird erstmals festgestellt, wenn jemand einen "Antrag auf Pflegebedürftigkeit" bei seiner Krankenversicherung einreicht. Der Medizinische Dienst der Kranken- kassen schickt einen Gutachter, der sich mit dem Pflegebedürftigen unterhält, ihn untersucht und danach entscheidet, in welche Pflegestufe er einzuordnen ist:

Pflegestufe 1
bedeutet, dass jemand im Wochendurchschnitt mindestens 90 Minuten täglich Hilfe braucht - etwa beim An- und Ausziehen, beim Waschen, bei Erledigungen außerhalb der Wohnung sowie der Versorgung des Haushalts.

Pflegestufe 2
bedeutet, dass jemand im Wochendurchschnitt mindestens drei Stunden täglich Hilfe braucht (und zwar dreimal am Tag oder öfter). Hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen. Zudem muss die Versorgung des Haushalts praktisch komplett übernommen werden.

Pflegestufe 3
bedeutet, dass jemand im Wochendurchschnitt mindestens fünf Stunden täglich und regelmäßig nachts Hilfe braucht. Hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens vier Stunden entfallen. Zusätzlich muss in der Pflegestufe 3 auch in der Nacht (22 Uhr bis 6 Uhr) regelmäßig ein Pflegeeinsatz notwendig sein.

Zur Grundpflege gehören Pflegeleistungen in den Bereichen der Körperpflege, Ernährung und Mobilität.

Härtefälle
In Fällen besonderer Härte (schwer Demente oder Krebspatienten im Endstadium) kann auch eine Anerkennung als "Härtefall" erfolgen. Dies hat insbesondere Vorteile bei der Höhe der Sachleistung bzw. bei der Kostenübernahme im Pflegeheim.