STADTBIBLIOTHEK ESSEN

Logo und Schriftzug der Sammlung KOMPONISTEN IM RUHRGEBIET (Layout: Detlef Meinicke, Amt für Zentralen Service)

Sammlung der Musikbibliothek

Partiturausschnitt

Dieter Torkewitz: Hängende Klänge (1996) für Violine und Klavier (Partiturausschnitt)

Dieter Torkewitz: "Hängende Klänge" für Violine und Klavier (1996)

Musica enchiriadis

Seite aus der MUSICA ENCHIRIADIS, dem ältesten Dokument mehrstimmiger Musik

Ältestes Dokument mehrstimmiger Musik

*1944 in Ingolstadt, lebt in Wien und Essen
Musiktheoretische Schriften, Kammermusik, Orchesterwerke

Profil

Ausbildung

erste Kontakte mit neuer Musik als Stipendiat der Darmstädter Ferienkurse 1968, Studium der Schulmusik in Saarbrücken, danach Studien der Klavierkammermusik (Helmuth Barth), Komposition (Wolfgang Fortner) und Musikwissenschaft (Hans Heinrich Eggebrecht) in Freiburg im Breisgau, Promotion über die frühe Harmonik Franz Liszts

Tätigkeiten

erste Lehrtätigkeiten an der Universität in Freiburg und an der Musikhochschule in Trossingen, 1980-2003 Professor für Musiktheorie an der Folkwang-Hochschule in Essen (Mitarbeit in zahlreichen Hochschulgremien), 2001-2002 Gastprofessor und seit 2003 Universitätsprofessor für Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Nachfolge Diether de la Motte), Vortrags- und Lehrtätigkeit im In- und Ausland, zahlreiche Veröffentlichungen zur Musik des 19. und 20. Jahrhunderts, auch zur Musik des frühen Mittelalters, Wohnsitz ist weiterhin auch Essen

Auszeichnungen

1968 Stipendiat der Darmstädter Ferienkurse

Anmerkungen zum Werk

Grundlegend für die Kompositionen von Torkewitz sind Konzeptionen von Unabhängigkeiten unterschiedlichster Art, mit dem Ziel einer nie voraushörbaren, stets überraschenden, auch assoziativen Musik. John Cage war hier von besonderem Einfluss - aber umgedacht und mit der westeuropäisch-artifiziellen Tradition verbunden.

"Musica enchiriadis"

Eine der wichtigsten musikwissenschaftlichen Veröffentlichungen zu den Anfängen der frühen europäischen Mehrstimmigkeit geht auf Torkewitz zurück. Er ging der Entstehung der „Musica enchiriadis“ nach, der berühmten Musikhandschrift vom Ende des 9. Jahrhunderts, die erstmals Notenzeichen für mehrstimmige Musik verwendete. Dabei kam er zu der Erkenntnis, dass ihre Spuren nicht nach St. Amand in Nordfrankreich zurückführen, wie bis dato angenommen, sondern in die ehemalige Benediktinerabtei Werden. In einer beinahe "kriminalistischen" Studie wies er nach, dass dort im späten 9. und 10. Jahrhundert nicht nur eine kreative Auseinandersetzung mit dem in der „Musica enchiriadis“ gelehrten Tonsystem stattgefunden hat, sondern dass sich auch die Handschriftenüberlieferung der Schrift paläographisch bis auf Werden zurückverfolgen lässt. Die schon lange bestehende Vermutung einer Autorschaft des um 900 regierenden Werdener Abts Hoger wurde dadurch nahezu zur Gewissheit.

Torkewitz, Dieter: Das älteste Dokument zur Entstehung der abendländischen Mehrstimmigkeit. Eine Handschrift aus Werden an der Ruhr: das "Düsseldorfer Fragment". - Stuttgart: Steiner, 1999. - 131 S. - (Archiv für Musikwissenschaft / Beihefte ; 44)

Noten

Medien

Werkverzeichnis

Werkverzeichnis

Auswahl in: Komponisten im Ruhrgebiet. Hrsg.: Kommunalverband Ruhrgebiet. 1995. S. 127. Mit Ergänzungen in der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Essen einsehbar (Stand 04/2000).
Liste der Veröffentlichungen in der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Essen einsehbar (Stand 08/2001)

Weblinks