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Informationen zum Eichenprozessionsspinner (EPS)

Eichenprozessionsspinner

Foto: Eichenprozessionsspinner am Baumstamm einer Eiche
Foto: Hunderte von Eichenprozessionsspinnern befinden sich an einem Baustamm.

Die fehlenden Winterfröste und die warmen Frühjahrsmonate sind dafür verantwortlich, dass der Eichenprozessionsspinner (EPS) immer mehr Gebiete auch in der Stadt Essen erobert.

Der Eichenprozessionsspinner ist eine unscheinbare braune Nachtfalterart, die im Raupenstadium stark behaart ist und seine Nester vor allem in Eichen hat. Auffällig ist, dass sich der Eichenprozessionsspinner in sogenannten Fraßgesellschaften prozessionsartig vom Sammelplatz beziehungsweise Ruheort zum Fraßort fortbewegt. Die Gespinstnester finden sich in der Regel am Baumstamm oder in Astgabelungen von Eichen und können von unterschiedlicher Größe sein. In den Nestern verpuppen sich die Raupen und verlieren Haare, die sogenannten Brenn- oder Spiegelhaare, die insbesondere bei trocken-warmem Wetter über weite Strecken verweht werden können. Im Falterstadium ist die Art unauffällig und ungefährlich.

Besonders von der Sonne beschienene Eichen werden bevorzugt besiedelt. Im ganzen Stadtgebiet betroffen sind davon Waldränder, Parkanlagen, Sport- und Spielplätze, Friedhöfe und andere der Öffentlichkeit zugängliche Bereiche, wie beispielsweise Alleebäume im Straßenbegleitgrün, in Bereichen der Kanal-, Ruhr- und Baldeneyseeufer.

Der EPS kann sich natürlich auch in Bäumen ansiedeln, die in privaten Gärten oder Anlagen sind.

Stadt Essen warnt vor Kontakt mit Brennhaaren

Da von den circa 4 Zentimeter langen, stark behaarten Schmetterlingsraupen eine Gefahr für die Gesundheit in unterschiedlicher Ausprägung ausgeht, warnt die Stadt Essen davor, sich den Tieren und ihren Nestern zu nähern, sie zu berühren oder die Nester selbst zu entfernen. Während von den Nachtfaltern selbst keine Gefahr ausgeht, stoßen die Raupen, wenn ihnen Gefahr droht, sehr kleine, nicht sichtbare "Brennhaare" ab, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Die Raupen des EPS beginnen sich im Laufe des Julis eines Jahres zu verpuppen und stellen dann keine Gefahrenquelle mehr dar. Die Nester, in denen sich immer "Brennhaare" befinden, bleiben aber bis zu zwei Jahren potenziell gesundheitsgefährdend.

Symptome und Maßnahmen nach Kontakt

Bei Kontakt mit der Haut können Juckreiz, Entzündungen bis hin zur Nesselsucht ausgelöst werden. Werden die Härchen eingeatmet, kann es je nach persönlicher Konstitution und Intensität der Kontamination zu Atemnot, Bronchitis oder Asthma kommen. Bei Kontakt sollte intensiv geduscht und sämtliche Kleidung gewaschen werden. Bei schwerwiegenden und anhaltenden körperlichen Erscheinungen sollte im Zweifel ein Arzt aufgesucht werden. Schmerzen und allergischen Reaktionen treten natürlich auch bei Tieren (Hunden, Katzen, Pferden) auf, die sich im Bereich von befallenen Eichen aufhalten.

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Die Bekämpfung des EPS ist sehr aufwändig und kann flächendeckend nicht durchgeführt werden. Der EPS mit seinen Auswirkungen ist eine Naturerscheinung und als solche einzuordnen. Die möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den EPS sind damit dem allgemeinen Lebensrisiko zuzuordnen. Der Landesbetrieb Wald und Holz bewertet den ESP als waldtypische Gefahr, für die keine besondere Vorsorge/ Bekämpfung vorgenommen wird. Der beste Schutz ist das weiträumige Fernbleiben von befallenen Eichen. Spaziergängerinnen und Spaziergänger sollten in den Frühlingsmonaten bis einschließlich Juni eichenbestandene Bereiche meiden. Das Betreten der Wälder erfolgt auf eigene Gefahr. In Waldbereichen sind lange, geschlossene Kleidung und geschlossene Schuhe empfehlenswert.

Die Entfernung der Raupen und Nester erfolgt durch eine beauftragte Fachfirma. Dazu werden die Nester und Tiere unter höchsten Schutzauflagen (Schutzanzüge, Atemmasken) abgesaugt und gesichert transportiert der thermischen Verwertung (Verbrennung) zugeführt. Dennoch verbleibt ein Restrisiko, da die Haare sich beim Entfernen verteilen können oder sich schon verteilt haben.

  • Bekämpfung auf privaten Grundstücken: Für die Bekämpfung des EPS an Baumbeständen auf privateigenen Grundstücken ist der Grundstückseigentümer/ Nutzungsberechtigte selbst im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflichten zuständig und kann selbst Fachfirmen zur Schädlingsbekämpfung beauftragen. Entsprechende Hinweise sind an den Grundstücksverantwortlichen zu richten.
  • Bekämpfung auf stadteigenen Grundstücken: Die Bekämpfung des EPS an stadteigenen Bäumen wird an den Stellen durchgeführt, an denen sich Menschen in größerer Zahl oder für längere Dauer aufhalten und die Stadt insoweit die Sicherheit der Menschen gewährleisten muss. Hier sind zu nennen Kitas, Schulen, Freibäder, Spiel- und Sportplätze, Friedhöfe oder gegebenenfalls auch Bushaltestellen. Im Rahmen der fachlichen Kompetenz werden stadteigene Bäume durch Grün und Gruga überprüft und Bekämpfungsmaßnahmen je nach Priorität beauftragt.

EPS Aufkommen an stadteigenen Bäumen melden

Soweit Sie an stadteigenen Bäumen in stark frequentierten Bereichen wie Kitas, Schulen, Freibädern, Spiel- und Sportplätzen, Friedhöfen etc. Nester Eichenprozessionsspinners sehen, können Sie sich telefonisch an die Hotline 88-88888 zur Aufnahme Ihrer Meldung wenden. Bitte beachten Sie, dass bei der Meldung möglichst konkrete Ortsangaben erforderlich sind. Die Stadt arbeitet die Meldungen nach Gefahrenlage ab.

 
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