essen.de > Leben in Essen > Essen.engagiert > Essen ist gefragt!

Bürgerforum "Wo wollen wir wohnen?" - FAQ

Am 17. November 2018 fand in der Messe Essen das erste Bürgerforum der Stadt Essen unter dem Titel "Essen ist gefragt! Wo wollen wir wohnen?" statt. An diesem Tag berieten 420 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen stellvertretend für die gesamte Bürgerschaft darüber, welche Flächen in Essen zukünftig als Wohnbauflächen entwickelt werden sollen. Das Format ist das erste große Bürgerbeteiligungsangebot in dieser Form in Essen.

Übersicht über die FAQ

Was genau berieten und entschieden die Mitwirkenden des Bürgerforums?

Essen benötigt bis zum Jahr 2030 bis zu 16.500 Wohnungen, um der steigenden Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden. Derzeit gibt es allerdings nur ein Flächenpotential für etwa 7.500–11.500 Wohnungen. Es fehlen somit Flächen für etwa 5.000–9.000 Wohnungen. Wo dieser Bedarf vorzugsweise realisiert werden kann und soll, war die zentrale Fragestellung des Bürgerforums "Wo wollen wir wohnen?". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten daher darüber beraten, wo im Stadtgebiet Raum für neue Wohnungen entstehen kann. Nach der intensiven Betrachtung der Flächen in Kleingruppen stand am Ende eine Empfehlung in Form einer Liste, welche Flächen sich für die Schaffung von Wohnraum eignen und welche keine wohnbauliche Berücksichtigung finden sollten. Die Anregungen, Wünsche und Ergebnisse aus dem Bürgerforum wurden von der Stadtverwaltung gesichtet, ausgewertet und für die politischen Gremien aufbereitet.

Warum ist eine Gruppe von 500 Personen für eine Stadt mit fast 590.000 Einwohnern repräsentativ?

Wie viele andere Großstädte muss sich auch Essen dem Problem der Wohnungsknappheit stellen, um auch in Zukunft attraktiven und bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können. Um eine möglichst umfängliche Sicht auf die Problemlage zu erhalten, sind das Zusammenwirken von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und vor allem der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Durch 500 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger, die einen möglichst realitätsnahen Querschnitt der Bevölkerung abbilden, werden neue Ideen und Feedback in den Prozess eingebracht. Die Zahl 500 gewährleistet einerseits den Einbezug eines nennenswerten Teils der Essener Bevölkerung. Andererseits ist es eine noch handhabbare und überblickbare Größenordnung für einen Dialog und Austausch miteinander vor Ort.

Wieso wurden Bürgerinnen und Bürger bei der Wohnraumplanung eingebunden?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger gerade bei einem so persönlichen Thema wie "Wo wollen wir wohnen?" mitbestimmen wollen. Sie können so ihre Wünsche an und Anregungen für eine attraktive und lebenswerte Stadt in den Prozess mit einbringen. Mit dem "Bürgerforum" will die Verwaltung den Dialog mit den Essenerinnen und Essenern neu denken.

Nach welchen Kriterien wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgesucht und woher stammen die Daten?

Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgte per Zufallsauswahl. Hierbei wurde mittels einer statistischen Methode versucht, ein bestmögliches Abbild der Zusammensetzung der Essener Bevölkerung nach Alter, Geschlecht, Stadtbezirk und Staatsangehörigkeit zu erhalten. Wer eine Einladung erhalten sollte, wurde durch ein Losverfahren ausgewählt. Für die Zufallsziehung wurde das Einwohnermelderegister der Stadt Essen genutzt. Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen hatten insofern identische Chancen gezogen zu werden.

Konnte man sich als Teilnehmer oder Teilnehmerin für das Bürgerforum anmelden, wenn man nicht angeschrieben wurde?

Das war leider nicht möglich. Für den Teilnehmerkreis am Bürgerforum wurde bewusst auf eine reine Zufallsauswahl gesetzt. Um auch die weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger am Thema "Wo wollen wir wohnen?" teilhaben zu lassen, werden die Prozess, Inhalte und Ergebnisse des Bürgerforums über unterschiedliche Medien veröffentlicht.

Warum lohnt es sich an einem Bürgerforum teilzunehmen?

Die Teilnahme an einem Bürgerforum bedeutet, sich in Themen einzuarbeiten, sich Wissen anzueignen und andere Sichtweisen zu erfahren. Es bedeutet zudem, über die Zukunft der Stadt mitzuentscheiden, gehört zu werden und die eigene Meinung nicht hinter verschlossenen Türen zu diskutieren. Ein Bürgerforum ist auch eine besondere Gelegenheit, um gemeinsam mit dem Oberbürgermeister über die Stadtentwicklung Essens zu sprechen.

Die Teilnehmenden waren keine Experten und Expertinnen für das Thema Stadtteilentwicklung oder Bebauung. Warum waren sie geeignet, um zu entscheiden, wo oder was gebaut wird?

Die Teilnahme am Bürgerforum erforderte keinerlei Vorkenntnisse oder Fachwissen. Der Tag war so aufgebaut, dass vor der Beratung durch die Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Informationen bereitgestellt wurden, die die Entscheidungsfindung unterstützten. Zudem wurden sie während des Bürgerforums von Expertinnen und Experten aus der Praxis begleitet und erhielten auf Wunsch Hilfestellungen, Tipps und Hinweise. Der gesamte Tag war so organisiert, dass jeder mitwirken konnte.

Mussten Bürgerinnen und Bürger am Bürgerforum teilnehmen, wenn sie angeschrieben wurden?

Die Teilnahme am Bürgerforum war auf freiwilliger Basis.

Welche und wie viele Flächen standen am 17. November zur Diskussion?

Beim Bürgerforum standen 93 Flächen zur Diskussion. Die erforderlichen Informationen zu diesen wurden von der Fachverwaltung aufbereitet und auf der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

Warum wächst Essen und was bedeutet dies für die Stadt?

Essen wird als Wahlheimat immer beliebter: Von Familien über Auszubildende und Studierende bis hin zu Menschen mit Zuwanderungsgeschichte suchen Menschen jeden Alters und in unterschiedlichen Lebenssituationen in der Stadt ihr neues Zuhause. Daher wächst die Bevölkerung stetig an, die auch in Zukunft gute und bezahlbare Wohnungen benötigt. Dabei bringt eine wachsende Stadt viele Herausforderungen sowie Vorteile mit sich: Zum einen müssen zusätzliche Flächen für Wohnungen, Gewerbe und Infrastruktur bereitgestellt werden, um in der Stadt Wohnraum, Arbeitsplätze und Versorgungsinfrastrukturen anzubieten. Auf der anderen Seite geht eine positive Bevölkerungsentwicklung mit einer besseren Auslastung von Infrastruktur, höheren Steuereinnahmen sowie weniger Pendlerverkehr einher.

Was passiert wenn Flächen für den Wohnungsbau vorgesehen wurden, die Nachfrage aber wieder sinkt?

Als Ergebnis der Beratungen der Bürgerinnen und Bürger entstand eine Prioritätenliste der Flächen. Hierbei ist klar, dass die Flächen nicht alle gleichzeitig entwickelt werden können und sollen. Die Beratung zu den Wohnbauflächen trägt vor diesem Hintergrund sowohl einer kurz- und mittel-, als auch langfristen Perspektive Rechnung. Durch das sukzessive Vorgehen wird sichergestellt, dass stets angemessen auf Veränderungen in der Nachfrage reagiert werden kann.

Wie könnte ein gesunder Wohnungsmarkt in Essen aussehen? Welche Wohnungen werden gebraucht? Welche Form von Wohnungen wird in Essen gebraucht?

Es ist das Ziel der Stadt Essen, möglichst für alle Bedarfe attraktiven und bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Hierfür können Stadtverwaltung und Politik die Rahmenbedingungen schaffen. Aufgrund der Vielfalt der Neubürger werden auch unterschiedliche Wohnungen in jedem Segment benötigt. Nach gutachterlicher Betrachtung besteht der größte Bedarf an Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Werden die Ergebnisse des Bürgerforums veröffentlicht? Wie erfahre ich, ob die erarbeiteten Vorschläge realisiert werden?

Der Rat der Stadt Essen hat am 11. Dezember 2019 über die Ergebnisse des Bürgerforums "Wo wollen wir wohnen?" entschieden. Die Verwaltung hatte nach eingehender Prüfung sieben Flächen der Priorität 1 und 2 vorgeschlagen, die in das Arbeitsprogramm Bauleitplanung aufgenommen werden sollen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung hatte am 5. Dezember darüber beraten und empfohlen, diesem Vorschlag zu folgen, was der Rat der Stadt Essen auch tat. Die Verwaltung geht davon aus, dass auf diesen Flächen zwischen 2.100 und 2.800 Wohneinheiten realisiert werden könnten. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass alle geprüften Flächen weitere Restriktionen aufweisen. Gegensätzliche Belange müssen in jedem einzelnen Bauleitplanverfahren berücksichtigt und abgewogen werden. Die Ergebnisse des Bürgerforums wurden und werden in den Medien der Stadt Essen kommuniziert. Zudem haben alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die öffentlichen Rats- und Ausschusssitzungen persönlich vor Ort oder im Falle der Ratssitzung auch online, mitzuverfolgen.

Wie konnte sichergestellt werden, dass genügend Flächen eine hohe Priorisierung erhalten und das Bürgerforum bei der Suche nach geeigneten Wohnbauflächen hilft?

Grundsätzlich konnte dies nicht vollständig sichergestellt werden. Die Ergebnisse des Bürgerforums zeigen ein positives Bild: 28 der diskutierten 93 Flächen wurden für die Wohnbebauung priorisiert und in einem zweiten Schritt von der Verwaltung auf eine Verwirklichung von Wohnbebauung geprüft. Für jede Fläche wurde unter anderem untersucht, welche bauliche Dichte und weitere Nutzungen an den Standorten möglich wären und es erfolgte eine Abfrage der Entwicklungsinteressen der Eigentümer der Grundstücke. Darauf basierend wurden insgesamt sieben Flächen zur Aufnahme in das Arbeitsprogramm Bauleitplanung identifiziert. In seiner Sitzung am 11. Dezember 2019 entschied der Rat der Stadt, diese sieben Flächen in das Arbeitsprogramm Bauleitplanung aufzunehmen.

Wann sollen die zur Auswahl stehenden Flächen realisiert werden (Zeitschiene)?

Die Realisierung der einzelnen Flächen wird schrittweise und bedarfsorientiert erfolgen. So kann die Stadt auf unterschiedliche Trends und Bedarfe reagieren. Darüber hinaus ist die Entwicklung von Bauland grundsätzlich ein komplexer Prozess: So bedarf es dabei teilweise Jahre, um einzelne Flächen planerisch vorzubereiten und zu erschließen.

Ich habe keine Einladung zum Bürgerforum erhalten. Wie kann ich mich trotzdem einbringen und Essen mitgestalten?

Die Stadt Essen hat sich zum Ziel gesetzt, die Bürgerbeteiligung zu stärken. Unter dem Motto "Essen ist gefragt" bündelt die Stadt zukünftig alle Bürgerbeteiligungsformate. Unter www.essen.de/istgefragt finden Sie aktuelle Projekte sowie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.

 
Um das Informationsangebot der Internetseite nutzerfreundlicher zu gestalten, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung weitere Informationen.
OK