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Bürgerforum "Wo wollen wir wohnen?" - FAQ

Am Samstag den 17. November 2018 findet in der Messe Essen das erste Bürgerforum der Stadt Essen unter dem Titel "Essen ist gefragt! Wo wollen wir wohnen?" statt. An diesem Tag werden 500 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen stellvertretend für die gesamte Bürgerschaft darüber beraten, welche Flächen in Essen zukünftig als Wohnbauflächen entwickelt werden sollen. Das Format ist das erste große Bürgerbeteiligungsangebot in dieser Form in Essen.

Was genau beraten und entscheiden die 500 Mitwirkenden am 17. November?

Essen benötigt in den kommenden 10 bis 15 Jahren bis zu 16.500 Wohnungen, um der steigenden Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden. Derzeit gibt es in Essen allerdings nur ein Flächenpotential für etwa 7.500 – 11.500 Wohnungen. Es fehlen somit Flächen für etwa 5.000 – 9.000 Wohnungen. Wo dieser Bedarf vorzugsweise realisiert werden kann und soll, wird die zentrale Fragestellung des Bürgerforums "Wo wollen wir wohnen?" sein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerforums sollen daher darüber beraten, wo im Stadtgebiet Raum für neue Wohnungen entstehen kann. Am 17. November erhalten sie einen Überblick über Flächen im gesamten Stadtgebiet, die theoretisch für die Nachverdichtung oder den Neubau von Wohnungen genutzt werden könnten. In Kleingruppen sollen Sie die Flächen kennen lernen, diese bewerten und im Sinne einer Eignung für den Wohnungsbau ins Verhältnis zueinander setzten. Am Ende soll eine Empfehlung in Form einer Liste durch die Gesamtgruppe stehen, welche Flächen sich für die Schaffung von Wohnraum eignen und welche keine wohnbauliche Berücksichtigung finden sollten. Diese Liste wird im Anschluss dem Rat der Stadt zur Entscheidung vorgelegt.

Warum ist eine Gruppe von 500 Personen für eine Stadt mit fast 590.000 Einwohnern repräsentativ?

Wie viele andere Großstädte muss sich auch Essen dem Problem der Wohnungsknappheit stellen, um auch in Zukunft attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung anbieten zu können. Um eine möglichst umfängliche Sicht auf die Problemlage zu erhalten, sind das Zusammenwirken von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und vor allem der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Durch 500 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger, die einen möglichst realitätsnahen Querschnitt der Bevölkerung abbilden, werden neue Ideen und Feedback in den Prozess eingebracht. Die Zahl 500 gewährleistet einerseits den Einbezug eines nennenswerten Teils der Essener Bevölkerung. Andererseits ist es eine noch handhabbare und überblickbare Größenordnung für einen Dialog und Austausch miteinander.

Wieso werden Bürgerinnen und Bürger bei der Wohnraumplanung eingebunden?

Die Erfahrung hat gezeigt: Gerade bei dem Thema "Wo wollen wir wohnen?" wollen Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen. Sie können zudem ihre Wünsche an und Anregungen für eine attraktive und lebenswerte Stadt in den Prozess mit einbringen. Mit dem „Bürgerforum“ will die Verwaltung den Dialog mit den Essenerinnen und Essenern neu denken.

Nach welchen Kriterien werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgesucht und woher stammen die Daten?

Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt per Zufallsauswahl. Hierbei wird mittels einer statistischen Methode versucht, ein bestmögliches Abbild der Zusammensetzung der Essener Bevölkerung nach Alter, Geschlecht, Stadtbezirk und Staatsangehörigkeit zu erhalten. Wer eine Einladung erhält, wurde durch ein Losverfahren ausgewählt. Für die Zufallsziehung wird das Einwohnermelderegister der Stadt Essen genutzt. Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen haben insofern identische Chancen gezogen zu werden.

Kann ich mich als Teilnehmer/ Teilnehmerin für das Bürgerforum anmelden, wenn ich nicht angeschrieben wurde?

Das ist leider nicht möglich. Für den Teilnehmerkreis am Bürgerforum wird bewusst auf eine reine Zufallsauswahl gesetzt. Nutzen Sie darum in jedem Fall Ihre Chance, wenn Sie eine Einladung erhalten!

Um aber auch die weitere interessierte Bürgerschaft am Thema „Wo wollen wir wohnen?“ teilhaben zu lassen, sollen Prozess, Inhalte und Ergebnisse des Bürgerforums über unterschiedliche Medien veröffentlicht werden.

Warum lohnt es sich am Bürgerforum teilzunehmen?

Die Teilnahme am Bürgerforum bedeutet, sich in Themen einzuarbeiten, sich Wissen anzueignen und andere Sichtweisen zu erfahren.

Es bedeutet aber auch, über die Zukunft dieser Stadt mitzuentscheiden, gehört zu werden und die eigene Meinung nicht hinter verschlossenen Türen zu diskutieren. Das Bürgerforum ist auch eine besondere Gelegenheit, um gemeinsam mit dem Oberbürgermeister über die Stadtentwicklung Essens zu sprechen.

Ich bin kein Experte/ keine Expertin zum Thema Stadtteilentwicklung oder Bebauung? Wie soll ich entscheiden können, wo oder was gebaut wird?

Die Teilnahme am Bürgerforum erfordert keinerlei Vorkenntnisse oder Fachwissen. Der Tag ist so aufgebaut, dass vor der Beratung durch die Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Informationen bereitgestellt werden, die die Entscheidungsfindung unterstützen. Zudem werden Sie im Bürgerforum von Expertinnen und Experten aus der Praxis begleitet und erhalten auf Wunsch viele Hilfestellungen, Tipps und Hinweise. Der gesamte Tag ist so aufgebaut, dass jeder mitwirken kann. Auch wenn Sie sich zuvor vielleicht noch nie mit Fragen der Stadtplanung beschäftigt haben: Uns ist Ihre ganz persönliche Sicht auf die Dinge wichtig.

Muss ich am Bürgerforum teilnehmen, wenn ich angeschrieben werde?

Die Teilnahme am Bürgerforum ist freiwillig.

Welche und wie viele Flächen stehen am 17. November zur Diskussion?

Nach derzeitigem Arbeitsstand werden am 17. November 2018 etwa 100 Flächen zur Diskussion stehen. Die erforderlichen Informationen zu den verschiedenen Flächen werden seitens der Fachverwaltung derzeit aufbereitet und am Tag des Bürgerforums zur Verfügung gestellt.

Warum wächst Essen und was bedeutet dies für die Stadt?

Unsere Stadt wird als neue Heimat immer beliebter. Viele Familien, Auszubildende, Studierende und natürlich auch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zieht es nach Essen. Unsere Stadt wächst und wir alle brauchen in Zukunft gute und bezahlbare Wohnungen.

Eine wachsende Stadt bringt viele Herausforderungen aber auch Vorteile mit sich. Zum einen müssen zusätzliche Flächen für Wohnungen, Gewerbe und auch Infrastruktur bereitgestellt werden, um in der Stadt Wohnraum, Arbeitsplätze und Versorgungsinfrastrukturen anzubieten. Auf der anderen Seite geht eine positive Bevölkerungsentwicklung mit einer besseren Auslastung von Infrastruktur, höheren Steuereinnahmen sowie weniger Pendlerverkehr einher.

Was passiert wenn Flächen für den Wohnungsbau vorgesehen wurden, die Nachfrage aber wieder sinkt?

Als Ergebnis der Beratungen der Bürgerinnen und Bürger soll eine Prioritätenliste von Flächen entstehen. Hierbei ist klar, dass die Fläche nicht alle gleichzeitig entwickelt werden können und sollen. Die Beratung zu Wohnbauflächen soll sowohl einer kurz- und mittel-, als auch langfristen Perspektive Rechnung tragen. Durch das sukzessive Vorgehen wird sichergestellt, dass immer auch angemessen auf Veränderungen in der Nachfrage reagiert werden kann.

Wie könnte ein gesunder Wohnungsmarkt in Essen aussehen? Welche Wohnungen werden gebraucht? Welche Form von Wohnungen wird in Essen gebraucht?

Es ist Ziel der Stadt Essen, möglichst für alle Bedarfe attraktiven und bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Hierfür können Stadtverwaltung und Politik die Rahmenbedingungen schaffen. Aufgrund der Vielfalt der Neubürger werden auch unterschiedliche Wohnungen in jedem Segment benötigt. Nach gutachterlicher Betrachtung besteht der größte Bedarf an Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Werden die Ergebnisse des Bürgerforums veröffentlicht? Wie erfahre ich, ob die erarbeiteten Vorschläge realisiert werden?

Die Ergebnisse des Bürgerforums werden als Empfehlung an den Rat der Stadt Essen gegeben, hier wird die endgültige Entscheidung getroffen. Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter werden also im Anschluss an das Bürgerforum über die Ergebnisse beraten. Die Politikerinnen und Politiker haben sich aber bereits im Vorfeld darauf verständigt, dem Vorschlag der Bürgerinnen und Bürger im Sinne einer qualifizierten Empfehlung nach Möglichkeit zu folgen.

Die Ergebnisse des Bürgerforums werden außerdem in den Medien der Stadt Essen kommuniziert. Alle Bürgerinnen und Bürger haben immer die Möglichkeit, die öffentlichen Rats- und Ausschusssitzungen persönlich vor Ort oder im Falle der Ratssitzung auch online, mitzuverfolgen.

Wie kann ausgeschlossen werden, dass nicht genügend Flächen eine hohe Priorisierung erhalten und das Bürgerforum nicht bei der Suche nach geeigneten Wohnbauflächen hilft?

Grundsätzlich kann dies nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dennoch wird das Ergebnis eine Prioritätenliste sein, die die Ergebnisse des Bürgerforums präsentiert. Im Anschluss sind Verwaltung und Politik gefordert, über das Ergebnis zu beraten und eine bestmögliche Umsetzung zu garantieren.

Wann sollen die zur Auswahl stehenden Flächen realisiert werden (Zeitschiene?)

Die Realisierung der einzelnen Flächen wird schrittweise und bedarfsorientiert erfolgen. So kann die Stadt auf unterschiedliche Trends und Bedarfe reagieren. Darüber hinaus ist die Entwicklung von Bauland grundsätzlich ein komplexer Prozess: So bedarf es dabei teilweise Jahre, um einzelne Flächen planerisch vorzubereiten und zu erschließen.

Ich habe keine Einladung erhalten. Wie kann ich mich trotzdem einbringen und Essen mitgestalten?

Die Stadt Essen hat sich zum Ziel gesetzt, die Bürgerbeteiligung zu stärken. Unter dem Dach "Essen ist gefragt" bündelt die Stadt zukünftig alle Bürgerbeteiligungsformate. Unter www.essen.de/istgefragt finden Sie aktuelle Projekte und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.

 
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