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Fragen und Antworten zum Thema Kanadagänse

1.3.2017: Maßnahmen gegen Verschmutzungen durch Kanadagänse im Grugapark und Univiertel

Um die Probleme und die Anzahl der "einfliegenden" Gänse in den Grünanlagen in diesem Jahr weiter zu reduzieren, wurden bereits im Winterhalbjahr 2016/2017 bundesweit Maßnahmen recherchiert, die andere Kommunen erfolgreich erprobt haben.
Mehr zu den Maßnahmen im Grugapark und Univiertel

Der Bestand an Kanadagänsen hat seit den 90er Jahren stark zugenommen. Von den negativen Auswirkungen ist nicht nur die Stadt Essen, sondern praktisch jede der umliegenden Ruhrgebietsstädte betroffen. Die Bestandsentwicklung gibt Anlass zur Sorge, weil Gänse in vielen Bereichen in großer Zahl auch in Ruhe- und Freizeitzonen sowie von Spielbereichen auftreten und dort zum Teil beträchtliche Schäden verursachen.

Welche konkreten Risiken bestehen?

Die Folge ist nicht nur ein hoher Reinigungsaufwand für Rasenflächen, Steganlagen und Gewässer, sondern auch eine starke Belastung von Gewässern durch Kot und Futterrückstände. Das kann zu Sauerstoffarmut und einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für im Wasser lebende Organismen führen. Auch in den intensiv von der Bevölkerung und insbesondere von Kindern genutzten Bereichen führt die Verkotung zu hygienischen Problemen. Hinzu kommt, dass die hohe Zahl der Gänse einheimische Arten verdrängt. Durch die hohe Aggressivität der Tiere können andere Wasservögel von ihren Brutplätzen vertrieben werden. Mit einigen einheimischen Arten stehen die Kanadagänse in Nahrungskonkurrenz.

Wie kommt es zu einer so starken Überpopulation?

Die Kanadagänse haben hier keine natürlichen Feinde und finden optimale Lebensbedingungen. Außerdem fördert die Fütterung durch die Bevölkerung die Bindung der Tiere an die Fütterungsorte. Deshalb sind vor allem Bereiche betroffen, die stark von Erholungssuchenden frequentiert sind

Warum sind die Gänse im Grugapark ein Problem?

Seit 2015 haben sich die Tiere immer zahlreicher im Grupapark niedergelassen. Auch der Park hat also mit der Überpopulation zu kämpfen. Der Kot der Tiere verschmutzt die Grünflächen und auch viele Spiel-, Liege und Veranstaltungsbereiche so stark, dass die hygienischen Bedingungen die Nutzung vieler Flächen mittlerweile unmöglich machen.

Die Situation ist eine erhebliche Belastung für Parkbesucher und führt zu teils heftigen Besucherbeschwerden mit der Aufforderung, regulierend einzugreifen.

Die Besucherinnen und Besucher erwarten, , einen sauberen Park. Sie drohen, den Park zu meiden.

Eine tägliche manuelle Reinigung ist aufgrund der Flächengrößen nicht leistbar.

Auf allen Grünflächen gilt ein Fütterungsverbot.

Kann es nicht sein, dass die Population irgendwann stagniert oder weniger Gänse kommen?

Aus Sicht von Vertretern des Naturschutzes, der Grundeigentümer, der Landwirte, der privaten Forstwirtschaft, des Städte- und Gemeindebunds, des Landesjagdverbands, der Kreisjägerschaft und der für Tierschutz zuständigen Ordnungsbehörde gibt es keine Anzeichen dafür. Die Bestände scheinen konstant zu bleiben.

Gerade in den urbanen Gebieten, die immer mehr Grün- und Wasserflächen und ein Überangebot an Nahrung bieten, würde eine natürliche Regulierung des Bestandes erst eintreten, wenn die Population der Gänse auf ein Maximum angewachsen wäre. Dies würde gleichzeitig die schon jetzt bestehenden Probleme massiv verschärfen. Die Freizeitnutzung in vielen urbanen Bereichen wäre praktisch unmöglich. Gleichzeitig werden weiter steigende Kosten für die privaten und öffentlichen Grundstücksbesitzer befürchtet. Alle Experten sind sich einig, dass die Reduzierung der Population auch zum Schutz der heimischen Tierarten unumgänglich ist.