essen.de > Leben in Essen > Kampmannbrücke

Baufortschritt der Kampmannbrücke

Modell der neuen Kampmannbrücke

Modell der neuen Kampmannbrücke, Copyright: schlaich bergermann partner (sbp)

Das für die Kampmannbrücke verantwortliche Team beim Amt für Straßen und Verkehr. v.l.n.r.: Andreas Kordt, Projektleitung Kampmannbrücke, Dieter Schmitz, Fachbereichsleiter, Dr. Ecevit Agu, Projektleitung Kampmannbrücke, und Uwe Paulukat, Verwaltungsleiter.

Das für die Kampmannbrücke verantwortliche Team beim Amt für Straßen und Verkehr.

Baufortschritt aktuell

Die Arbeiten am neuen Stahlüberbau sind soweit fortgeschritten, dass im Mai die Pylone auf dem einzig im Wasser verbleibenden Pfeiler montiert werden konnten. Die Pylone sind zurzeit für weitere Schweiß- und Korrosionsschutzarbeiten eingerüstet.

Ein Teil der Stahlseile, die später einmal den Stahlüberbau der neuen Kampmannbrücke halten werden, werden aktuell an den Pylonen und den Seilhülsen am Überbau schlaff eingehängt. Das Spannen der ersten Seile erfolgt im Laufe des Oktobers.

Auf Heisinger Seite ist der Überbau der Vorlandbrücke inzwischen betoniert.

Allgemeines

Die neue Kampmannbrücke teilt sich in eine sogenannte Vorlandbrücke (am Ufer Essen-Heisingen) und die Hauptbrücke. Sie wird eine Gesamtlänge von 173 Metern haben.

Die mit einer Verbund-Fahrplatte ausgestattete Hauptbrücke sowie die als Stahlbeton-Vollplatte ausgeführte Vorlandbrücke sind insgesamt 11,7 Meter breit. Es werden zwei Fahrspuren mit einer Breite von jeweils 3,25 Metern und ein Geh- und Radweg mit einer Breite von 3,5 Metern eingerichtet.

Die neue Brückenkonstruktion mit einer Durchfahrtshöhe von 4,7 Metern und einer Breite von 20 Metern für Schiffe durchfahrbar. Durch die Höherlegung bleiben sowohl die Straße als auch die Brücke selbst bei einem Hochwasser befahrbar.

Die Höhe der Masten vom Wasserspiegel aus gemessen beträgt etwa 27 m und bezogen auf die Fahrbahn etwa 22 m.

Die Seile bestehen aus kaltgezogenen Rundstählen mit einer unterschiedlichen Anzahl von sogenannten Litzen (dünne Einzeldrähte). Jede Litze besteht aus sieben Drähten. Für die Kampmannbrücke werden Seile mit zehn bis 35 Litzen verwendet. Die Anzahl der Litzen in einem Seil hängt von dem für das jeweilige Seil benötigten Querschnitt ab. Dabei bedeuten mehr Litzen einen größeren Querschnitt und daher auch eine größere aufnehmbare Seilkraft.

Die Brücke wurde mit dem Lastmodell 1 (LM 1) gemäß Eurocode, jedoch mit einer Anpassung der Last auf das Niveau des DIN Fachberichts von 2009, bemessen. Diesem liegt eine Achslast von 240 kN (Kilonewton = Einheit für Kräfte im Bauwesen) zu Grunde. Dies entspricht einer Belastung von 48 Tonnen bei zwei Achsen.

Geplante Bauabschnitte

Zum Bau der neuen Schrägseilkonstruktion wird die alte Kampmannbrücke aus dem Jahr 1950/1951 abgerissen. Nur ein Pfeiler bleibt erhalten und wird als Teil der neuen Kampmannbrücke ausgebaut und weitergenutzt.

Bauphase 1 (Monat 1 bis 14)

Vorbereitende Arbeiten für den Abriss finden bereits seit Sommer 2016 statt.

Für die neue Vorlandbrücke müssen der vorhandene Straßendamm zurückgebaut, Baugruben ausgehoben und Bohrpfähle zur Gründung errichtet werden. Anschließend werden die neuen Unterbauten (Pfeilerscheiben und Widerlager) erstellt, auf diesen wird die Vorlandbrücke dann zu einem späteren Zeitpunkt aufgelagert.

Die Bestandspfeiler im Wasser bleiben zunächst bestehen und werden zur Errichtung des Traggerüsts der Seilbrücke genutzt. Auch der Pfeiler, der als Teil der neuen Kampmannbrücke genutzt werden soll (Bestandspfeiler V der alten Brücke), wird in dieser Phase ausgebaut.

Bauphase 2 (Monat 15 bis 26)

Für die Vorlandbrücke starten in dieser Phase die Arbeiten für den Überbau.

Für die Seilbrücke muss zunächst ein Traggerüst installiert werden, bevor der eigentliche Stahl-Überbau aus Längs- und Querträgern eingebaut werden kann.

Nach Errichtung der Masten der Schrägseilbrücke wird das Seiltragwerk angebracht und vorgespannt. Der Stahlüberbau hebt sich dadurch an und setzt das darunterliegende Traggerüst wieder frei.

Nachdem das Trägergerüst zurückgebaut ist, wird die eigentliche Fahrbahnplatte abschnittsweise hergestellt. Danach erfolgt der fugenlose Anschluss der Schrägseilbrücke an die Vorlandbrücke.

Bauphase 3 (Monat 27 bis 34)

Der Überbau der Seilbrücke wird nun vermessen und anschließend das Seiltragwerk nachgespannt.

Jetzt kann der Ausbau der Brücke beginnen, die Fahrbahn wird ausgebaut und Geländer und Beleuchtung werden installiert.

Die nicht mehr als Teil des Traggerüsts während des Baus der Schrägseilbrücke benötigten Bestandspfeiler der alten Kampmannbrücke werden zurückgebaut und die Ruhr von der dichten Pfeilerstellung der alten Brücke befreit.

Zur Gesamtbaumaßnahme gehört auch die Errichtung eines neuen Regenwasserkanals, eines Amphibientunnels und Arbeiten der Stadtwerke Essen, die neue Rohre auf der Brücke verlegen und an ihr System anschließen.