Coronavirus: Hilfestellung für Künstlerinnen und Künstler sowie Selbständige aus der Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Absagen von Veranstaltungen treffen die Menschen, die in Kulturbetrieben arbeiten, aber vor allem die, die freiberuflich tätig sind, besonders hart.

Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus in Essen finden Sie hier.

Als erste Handreichung sollen die nachfolgenden Informationen Künstlerinnen und Künstler und Selbständigen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft dienen. Nun geht die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft in die zweite Phase. Der Bundesverband Kreative Deutschland und des Netzwerks der öffentlichen Fördereinrichtungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (PCI – Promoting Creative Industries) meldete am 08.04.2020, dass die Corona-Pandemie die Kultur- und Kreativwirtschaft in drei Wellen trifft.
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Unterstützung für die Kultur- und Kreativwirtschaft in der mittleren Phase der Corona Krise durch die Stadt Essen, das Land NRW und den Bund:

Stadt Essen
Die Stadt Essen stellt ab sofort einen Corona Sonderfonds Kultur in Höhe von bis zu 500.000 Euro bereit. Der Sonderfonds richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, Vertreterinnen und Vertreter der Essener Kulturszene und ihre Einrichtungen. Das Kulturamt der Stadt Essen informiert mit einem Flyer und einer Internetseite zum Sonderfonds über die Schwerpunkte, das Antragsverfahren und die allgemeinen Förderbedingungen. Zu beachten sind insbesondere die Antragsfristen 16. Juni und 16. August 2020. Zur Vereinfachung der Antragstellung stellt das Kulturamt ein ausfüllbares Dokument zum Download bereit.
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Land
Die Landesregierung hat am 1. Juli 2020 das NRW-Stärkungspaket „Kunst und Kultur“ in Höhe von 185 Millionen Euro vorgestellt. Damit sollen die direkten und indirekten Folgen der Corona-Krise im Bereich der Kultur bewältigt und neue kreative Potenziale in der Kultur in Nordrhein-Westfalen freigesetzt werden. Die Mittel sind Teil des umfassenden Konjunkturpakets. Das Kulturstärkungspaket besteht aus zwei Bausteinen: Einem großangelegten Stipendienprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler in Höhe von 105 Millionen Euro sowie einem Stärkungsfonds für Kultureinrichtungen in Höhe von 80 Millionen Euro.
Für die rund 30.000 freischaffenden Künstlerinnen und Künstler in NRW sind die Stipendien eine Ergänzung des Bundesprogramms „Neustart Kultur“, das keine passgenaue Unterstützung für die freien Kulturschaffenden vorsieht. Die Abwicklung der Stipendien soll über das Ministerium für Kultur- und Wissenschaft zusammen mit den Bezirksregierungen und größeren Kulturämtern erfolgen, so aus dem Presse-Briefing mit Ministerpräsident Laschet und Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen zur Unterstützung für den Kulturbereich am 1. Juli 2020.
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Pressemeldung: Land startet „NRW Überbrückungshilfe Plus“ und sichert Existenz von Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und Klein-Unternehmen
Um durch die Pandemie stark betroffene kleine und mittlere Unternehmen weiter zu unterstützen, starten Bund und Land Nordrhein-Westfalen die Überbrückungshilfe.

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie teilt mit: Um durch die Pandemie stark betroffene kleine und mittlere Unternehmen weiter zu unterstützen, starten Bund und Land Nordrhein-Westfalen die Überbrückungshilfe. Antragsberechtigt sind Unternehmerinnen und Unternehmer, deren Umsätze in den Monaten April und Mai 2020 mindestens 60 Prozent unter Vorjahr lagen. Sie erhalten für die Monate Juni bis August verlorene Zuschüsse, mit denen sie Umsatzausfälle ausgleichen und betriebliche Fixkosten decken können. Das Land ergänzt die Hilfen des Bundes um ein Zusatzprogramm für den Unternehmerlohn: Mit der „NRW Überbrückungshilfe Plus“ erhalten Solo-Selbstständige und Freiberufler eine einmalige Zahlung in Höhe von 1.000 Euro pro Monat für maximal drei Monate. Die Landesregierung rechnet mit 100.000 Antragstellern für das Zusatzprogramm und stellt hierfür 300 Millionen Euro bereit.
Informationen zum Antragsverfahren finden Sie hier.

Das Land NRW stellt 700.000 Euro in Form von Liquiditätshilfen zur Verfügung, um Privattheater zu unterstützen, die aufgrund der Corona-bedingten Einstellung des Spielbetriebs unverschuldet in finanzielle Engpässe geraten sind. Damit ergänzt das Land das Konjunkturprogramm des Bundes und die Nothilfen der Kommunen. Die Unterstützung richtet sich grundsätzlich an alle professionell arbeitenden Privattheater in Nordrhein-Westfalen, die bisher keine institutionelle Förderung des Landes erhalten und angesichts des Umfangs ihres Spielbetriebes die Existenzkrise nicht allein über die bereits vorhandenen Soforthilfen überwinden können. Auch in Essen können Theater diese Förderung erhalten. Weitere Informationen...

Bund

Mit dem Konjunkturprogramm für den Kultur- und Medienbereich "NEUSTART KULTUR" hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Antragsberechtigte Einrichtungen oder Akteure können ab sofort erste Informationen über Fördermöglichkeiten bei den Bundeskulturfonds abrufen.

Hier die Unterstützungen des Bundes im Überblick:

Konsequent geht es beim Programm NEUSTART KULTUR vor allem um die Unterstützung neuer Projekte und kreativer, innovativer Ideen. Im Programm sind Mittel insbesondere für folgende Maßnahmen vorgesehen:

1. Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen
Rund 250 Millionen Euro sind eingeplant, um Kultureinrichtungen wieder fit zu machen für die Wiedereröffnung. Die Mittel sollen vor allem Einrichtungen zugutekommen, deren regelmäßiger Betrieb nicht überwiegend von der öffentlichen Hand finanziert wird und sind beispielsweise für die Umsetzung von Hygienekonzepten, Online-Ticketing-Systemen oder Modernisierungen von Belüftungssystemen gedacht.

2. Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur und Nothilfen
Mit 450 Millionen Euro sollen vor allem die vielen kleineren und mittleren, privatwirtschaftlich finanzierten Kulturstätten und –projekte darin unterstützt werden, ihre künstlerische Arbeit wiederaufzunehmen und neue Aufträge an freiberuflich Tätige und Soloselbständige zu vergeben. Diese Mittel sind nach Sparten aufgeteilt:

  • Für die Musik, also Livemusikstätten, -festivals, -veranstalter und –vermittler, stehen 150 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Für Theater und Tanz stehen ebenfalls 150 Millionen Euro bereit. Das betrifft Privattheater, Festivals, Veranstalter und Vermittler.
  • Der Filmbereich wird mit 120 Millionen Euro unterstützt. Zugute kommen die Mittel vor allem Kinos, auch Mehrbedarfe bei Produktion und Verleih werden finanziert. Für weitere Bereiche wie Galerien, soziokulturelle Zentren sowie Buch- und Verlagsszene stehen 30 Millionen Euro zur Verfügung.

3. Förderung alternativer, auch digitaler Angebote
Für alternative, besonders digitale Angebote stehen 150 Millionen Euro bereit. Davon profitieren Projekte im Kontext Museum 4.0 sowie viele neue Formate der Digitalisierungsoffensive des Bundes, die der Vermittlung, Vernetzung und Verständigung im Kulturbereich dienen.

4. Unterstützung bundesgeförderter Kultureinrichtungen und –projekte
100 Millionen Euro gibt es für regelmäßig geförderte Kultureinrichtungen, um coronabedingte Einnahmeausfälle und Mehrausgaben auszugleichen. Bei gemeinsam mit Ländern bzw. Kommunen getragenen Einrichtungen und Projekten leistet der Bund seinen Anteil an der Kofinanzierung.

Weiterhin sind in dem Paket Bundeshilfen in Höhe von 20 Millionen Euro für private Hörfunkveranstalter vorgesehen. Diese sind durch den Einbruch von Werbeeinnahmen schwer getroffen und haben angesichts des enormen Informationsbedarfes der Öffentlichkeit weiterhin hohe Personalkosten. Flankiert wird das Milliarde- Infrastrukturprogramm für die Kultur- und Kreativwirtschaft durch die weiteren wirtschaftlichen Konjunkturmaßnahmen des Bundes:

  • Mehrwertsteuersenkung ab 01.07. bis 31.12.2020 von 19% auf 16% bzw. beim reduzierten Satz von 7% auf 5%
  • 25 Mrd. weitere Überbrückungshilfen für Selbständige und Unternehmen (Fixkosten, kein Unternehmerlohn)
    Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern. Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Die Verluste müssen von einem/r SteuerberaterIn oder einem/r Wirtschaftsprüferin bestätigt werden.
  • Verlängerung des vereinfachten Zugangs zur Grundsicherung bis 30.09.2020
  • Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge auf max. 40%
  • Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags, so dass eine steuerliche Corona-Rücklage gebildet werden kann
  • Einmaliger Zuschuss von 2.000 EUR für einen Ausbildungsplatz für Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, 3.000 EUR für einen neuen geschaffenen Ausbildungsplatz
  • Erweiterung der steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten (Faktor 2,5 gegenüber der geltenden AfA-Tabelle)
  • 1 Mrd. EUR für Digitalisierung in Unternehmen durch erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten für digitale Wirtschaftsgüter, den Aufbau einer souveränen Infrastruktur sowie ein Förderprogramm zur Unterstützung des Auf- und Ausbau von Plattformen und die Befähigung von kleinen und mittleren Unternehmen zur beschleunigten digitalen Transformation

Als erste einer ganzen Reihe von Organisationen haben die sechs Bundeskulturfonds Informationen zu Fördergrundsätzen und Antragsmodalitäten auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Sie erhalten aus dem Programm NEUSTART KULTUR insgesamt 50 Millionen Euro zusätzlich, um in den von ihnen vertretenen Kultursparten Projekte zu fördern. Viele ihrer Förderungen richten sich unmittelbar an Künstler*innen:

  • Die Stiftung Kunstfonds fördert 2020/2021
    1. ausschließlich bildende Künstler*innen und Projekte zur zeitgenössischen bildenden Kunst und
    2. Stipendium mit Kindern unter 7: Sollte der Kindergeldbescheid nicht auf den/die Antragsteller*in ausgestellt sein, ist zusätzlich eine Meldebescheinigung des/der Antragsteller*in und der im eigenen Haushalt lebenden Kinder unter 7 einzureichen.
    Kunstvermittelnde Akteure, die nicht in Deutschland ansässig sind, können sich nicht bewerben. Weitere Informationen...
  • Der Deutsche Literaturfonds e.V. plant zur Unterstützung der deutschen Kultur- und Literaturlandschaft Sondermaßnahmen für 2020 und 2021 im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Programms „Neustart Kultur“. Die Sondermaßnahmen werden drei Teilbereiche umfassen:
    1. Hundert Autorinnen und Autoren präsentieren ihre Arbeit im Internet.
    2. Literarische (Wieder-)Begegnungen mit Autorinnen und Autoren.
    3. Digitales und interaktives Angebot für Kinder und Jugendliche
    Weitere Informationen...
  • Fonds Darstellende Künste e.V.: Das neue Sonderprogramm befördert erneut die ländliche #Kunstproduktion in den Darstellenden Künsten mit besonderem Fokus auf die Entwicklung von inhaltlich-explorativen Vorhaben zu zeitgenössischen Fragen der #Internationalität, den Herausforderungen der #Digitalisierung und den spezifischen Antworten und Sichtweisen aus der Perspektive der Dörfer. Weitere Informationen...
  • Der Fonds Soziokultur e.V. fördert aus Mitteln des BKM-Programms NEUSTART KULTUR mit insgesamt 10 Millionen Euro in den Jahren 2020/21 partizipative Kulturprojekte. Bis September 2021 können mindestens 333 Projekte in ganz Deutschland mit einer Maximalsumme von i.d.R. 30.000 € und in der Regel mit bis zu 80% des Gesamtbudgets gefördert werden. Weitere Informationen...
  • Der Deutsche Übersetzerfonds legt Programme auf, die mit 5 Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung finanziert werden. Sie schaffen neue Impulse für die Übersetzungskultur in Deutschland. Das Stipendienangebot wird stark ausgeweitet und ein 1,5 Mio. Euro ausgestatteter Projektfonds gestartet. Innovative, digitale Formen der Sicherung und Vermittlung übersetzerischen Wissens werden in einer neuen Onlineplattform erprobt. Gestärkt werden die Aktivitäten des TOLEDO-Programms, das neue Veranstaltungsformate entwickelt und die internationale Vernetzung voranbringt. Weitere Informationen...
  • Der Musikfonds startet im Rahmen von NEUSTART KULTUR bald ein umfangreiches Stipendienprogramm. Erste Informationen dazu stehen auf www.musikfonds.de/foerderung bereit. Anträge können in der ersten Augusthälfte gestellt werden. Weitere Informationen...

Weitere Hilfestellungen für Künstlerinnen, Künstler und Selbständige aus der Kultur- und Kreativwirtschaft:

Soforthilfen
Über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) können Inhaberinnen und Innhaber eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen, wenn sie durch virusbedingte Veranstaltungsabsagen Honorarausfälle erlitten haben. Betroffene wenden sich zur Beantragung bitte direkt an die GVL.
Zuwendungsrichtlinien der GVL

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) stellt 50.000 Euro zur solidarischen Unterstützung von durch die Corona-Krise in Not geratenen Theaterschaffenden mit Wohnsitz und Arbeitsort in Deutschland zur Verfügung. Das gilt auch für Theaterschaffende, die nicht Mitglied der GDBA sind.
Pressemitteilung: Corona – Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger leistet Sofortnothilfe vom 19.03.2020

Aussetzung und Herabsetzung von Steuerzahlungen
Auf Antrag können laufende Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer herabgesetzt oder ausgesetzt werden. Fällige Steuerzahlungen lassen sich stunden, Säumniszuschläge können erlassen werden. Auf Vollstreckungsmaßnahmen kann vorübergehend ebenso verzichtet werden. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt zu Ihrem zuständigen Finanzamt auf.
Finanzamt Essen-Süd
Finanzamt Essen-NordOst
Weitere Informationen zu der Gewerbesteuer und der Vergnügungssteuer finden Sie in der Pressemeldung vom 16.03.2020:
Coronavirus: Stadt Essen unterstützt örtliche Betriebe – Gewerbesteuer und Vergnügungssteuer werden herabgesetzt

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bereitet eine gesetzliche Regelung zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vor, um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Epidemie in eine finanzielle Schieflage geraten.
Pressemitteilungen vom 16.03.2020

Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne
Wer auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über den Landschaftsverband Rheinland (LVR) eine Entschädigung beantragen. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Beiträge zur Rentenversicherung und Krankenversicherung übernimmt das entschädigungspflichtige Land (§ 57 IfSG). Wer nicht der Versicherungspflicht unterliegt, kann eine Erstattung der Aufwendungen dafür beantragen (§ 58 IfSG). Die Anträge sind innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne bei dem zuständigen Landschaftsverband zu stellen. Weitere Informationen finden Sie hier.
Pressemeldung "Landschaftsverbände entschädigen Verdienstausfälle, wenn Quarantäne angeordnet worden ist" vom 10.03.2020

Kurzarbeitergeld
Unternehmen mit mindestens einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin können Kurzarbeitergeld beantragen. Beim Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn eine Firma ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schickt. Den Arbeitgeber sollen außerdem die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden erstattet werden. Arbeitgeber können Kurzarbeitergeld beantragen, mindestens 10% der Belegschaft von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen ist. Die Maßnahme soll Unternehmen helfen, bei eingebrochenem Geschäft Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen zu halten. Achtung: Kurzarbeitergeld gibt es nicht für geringfügig Beschäftigte! Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

Arbeitslosengeld II
Selbständige oder Freiberufler, die ihren Lebensunterhalt nicht bzw. nicht mehr aus den Gewinnen der Geschäftstätigkeit bestreiten können, können einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II als ergänzende Leistung zum Lebensunterhalt haben. Um diese Leistungen schnell und unbürokratisch zugänglich zu machen, werden die Zugangsvoraussetzungen für die nächsten Monate deutlich erleichtert. Das vorhandene Vermögen muss, solange es nicht erheblich ist, nicht angetastet werden, die komplexe Vermögensprüfung entfällt. Der Verbleib in der Wohnung wird gesichert und der Kinderzuschlag für Familien, die neu in den Einkommensbereich der Leistung kommen, wird zeitlich befristet umgestaltet. Wenn Sie noch nie oder länger als sechs Monate kein Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") bezogen haben, ist der zentrale Neukundenbereich am Berliner Platz 10 für Sie zuständig. Um das Ansteckungsrisiko für Publikum und Mitarbeitende zu verringern, bleiben die Geschäftsstellen des JobCenters Essen ab Mittwoch, 18. März, bis auf weiteres für den persönlichen Kontakt geschlossen.
Informationen des JobCenters Essen und Kontaktmöglichkeiten
Pressemitteilung "Bundeskabinett beschließt Formulierungshilfe zum Sozialschutz-Paket" vom 23.03.2020

Zinssubventionierte Liquiditätsdarlehen
Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützt werden. Hierbei kommt der KfW die Aufgabe zu, die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern. Die KfW wird dazu die folgenden bestehenden Kreditprogramme auf dem Weg der Bankdurchleitung sowie im Rahmen von Konsortialfinanzierungen nutzen und dort die Zugangsbedingungen und Konditionen für Unternehmen verbessern. Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die eine Finanzierung aus den Programmen der KfW nutzen möchten, wenden sich bitte an ihre Hausbank bzw. an Finanzierungspartner, die KfW-Kredite durchleiten.
KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen

Zahlungen von Beiträgen zu Sozialversicherung
Künstler und Publizisten, die in der Künstlersozialkasse versichert sind, können eine Änderungsmitteilung darüber machen, dass sich ihr Arbeitseinkommen ändert.
Formular der KSK zur Änderung des Arbeitseinkommens
Youtube-Video "Künstlersozialkasse - 3 Tipps, um Geld zu sparen"

Ausfallhonorare
Ob vom Auftraggeber ein Ausfallhonorar gezahlt wird, hängt von den individuellen Vertragsbedingungen ab. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Bei dem Abschluss neuer Verträge sollte darauf geachtet werden, dass es Regelungen über Ausfallhonorare gibt. Sind für ein Projekt bereits Teilleistungen erbracht, besteht zumindest anteilig Anspruch auf das Honorar.

Beratungsförderung für Freiberuflerinnen und Freiberufler
Das Bundeswirtschaftsministerium fördert ab sofort Beratungen für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler*innen bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil. Die verbesserten Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen gelten befristet bis Ende 2020.
Weitere Informationen

Plattformen
Auf der Plattform https://helfen.gemeinsamdadurch.de der Sparkasse Essen können mithilfe von Gutscheinen potenzielle bzw. künftige Besucherinnen und Besucher frühzeitig ihr Interesse bekunden und gleichzeitig Zahlungen leisten.

Ein Team aus Informatikstudierenden an der Universität Potsdam hat aufgrund der Corona-Krise die Plattform www.soli-ticket.de auf die Beine gestellt, mit der sie Kulturbetrieben durch die Krise helfen möchten. Das Projekt ist gemeinnützig. Dort können sich Veranstalter und sonstige Kulturbetriebe, die jetzt aufgrund der Maßnahmen gegen die Corona-Epidemie schließen oder Veranstaltungen absagen mussten, sich registrieren und dann „Soli-Tickets“ verkaufen. Schnell, einfach und kostenlos erhalten die Veranstalter für jede Veranstaltung, die Sie eintragen einen Web-Shop, über den Unterstützer dann spenden bzw. Geld schenken können. Die Betreiber nehmen dabei keinen Anteil.

Weitere Informationen und Hinweise:

Die Maßnahmen der Bundesregierung im Überblick

Infomationsübersicht des Bundesverbandes der Kultur- und Kreativwirtschaft Deutschland e.V. "Kreative Deutschland"
Dort werden sämtliche Soforthilfen und Unterstützungsangebote, die Kultur- und Kreativschaffende aktuell in Anspruch nehmen können gesammelt und aktualisiert.

Pressemitteilungen, Newsletter zum Thema Corona und die kulturpolitischen Wochenreporte des Deutschen Kulturates

Corona-Informationen des Kulturrates NRW

Handreichung für die Unterstützung selbständiger und freier Kulturschaffender des Verbandes für Schriftstellerinnen Schriftsteller (ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft)

Informationen des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes

Coronavirus-Infoservice der EWG - Essener Wirtschafts- förderungsgesellschaft mbH

Aktuelle Informationen der GEMA

Finanzielle Nothilfe der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL)

Informationen des Bundesverbands Schauspiel für Bühnenkünstler

Informationen der deutschen Orchestervereinigung

Alle Angaben in diesem Beitrag sind nicht rechtsverbindlich.

Hinweise zu weiteren Informationsquellen nehmen wir gerne hier auf.

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