Foto: Baustraße für den Niederfeldsee

Angelegte und gesicherte Baustraße durch die Grünanlage am Jahnplatz

Foto: Erdaushub Niederfeldsee

Schneller Erdaushub durch intensiven Maschineneinsatz

Foto: Bentonitmatten

Bentonitmatten vor der Abdeckung

Foto: Wasserzuführung

Eine von mehreren Wasserzuleitungen

Niederfeldsee zu 95% gefüllt

Foto: Pfahlbohrarbeiten

Bohrarbeiten für die Brückenfundamente

Foto: Überlaufkaskaden in den Sälzerbach
Foto: Uferpromenade bereits gut erkennbar
Foto: Abtrag des Hilfsdamms Niederfeldsee

Die Bauarbeiten im Einzelnen

Baustelleneinrichtung

Die Abwicklung der Baustelle erfordert eine umfangreiche Baustellenlogistik. Hierzu gehören auch Baustraßen, um die Bodenmassen abfahren zu können. Eine besondere Baustraße außerhalb des Baufeldes wurde durch die Grünanlage am Jahnplatz gebaut. Diese verringert die Belastungen der umliegenden Wohnstraßen erheblich. Im Zuge der Baustellensicherung musste leider auch der Radweg Rheinische Bahn gesperrt werden. Eine Umleitung ist eingerichtet.

Nach Abschluss der Arbeiten am Niederfeldsee wird die Emschergenossenschaft die Baustraße für Kanalbauarbeiten übernehmen und danach zurückbauen.

Erdbau

Der Aushub des Seekörpers erfolgte durch einen intensiven Maschineneinsatz mit einer Vielzahl von Baggern und dem zügigen Abtransport mit Sattelschleppern. Erste Konturen des Sees waren dadurch schnell erkennbar. Insbesondere von erhöhten Aussichtspunkten an den Widerlagern an der Niederfeldstraße und Grieperstraße kann man einen guten Überblick gewinnen.

Es wurden täglich etwa 1.000 Qubikmeter Bodenmassen abgefahren sowie weitere Bodenmassen innerhalb des Projekts verbracht. Im weiteren Fortschritt des Erdaushubs wurde auch die Seeabdichtung eingebaut und abgedeckt.

Abdichtungsarbeiten

Vor der eigentlichen Abdichtung zum Untergrund mit Bentonitmatten (eine geosynthetische Tondichtungsbahn aus einkapselnden Geokunststoffen und Natriumbentonit) wird ein Geotextil mit einer 10 cm starken Sandüberdeckung auf den Teichgrund gebracht. Dann folgt die überlappende Auslegung von Betonitmatten mit einer anschließenden bis 40 cm starken Überdeckung aus Sand und Kies. Zur Sicherung des Ufers und der dort liegenden Abdichtungsschicht wird ein weiteres Geofließ über die Bentonitmatten gelegt, welches mit Steinpacklagen aus Grauwacke abgedeckt wird.

Wasserzuführungen

Gespeist wird der abgedichtete See über eine Grundwasserförderung eines separaten Brunnens und durch Regenwasserabkopplungen benachbarter Dachflächen. Daher sind bis zu sechs Regenwasserzuleitungen sowie eine Grundwasserspeiseleitung erforderlich, im Zuge der Erdbauarbeiten gelegt werden müssen. Die Zuführungen berücksichtigen auch mögliche Regenwasserabkopplungen von Projekten, die erst später durchgeführt werden (beispielsweise die Hüttmann- und Salzmannschule).

Seefüllung

Die drei Tiefwasserzonen wurden zunächst mit Trinkwasser aufgefüllt, um die Abdichtungsbahnen möglichst schnell mit einer bis 2 Meter hohen Wassersäule zu belasten. Im Zusammenspiel mit Entlastungsschächten wurde somit eine mögliche Anhebung der Dichtungsbahnen durch das Grundwasser vermieden. Ein großer Anteil der Gesamtwassermenge ist auf den Eintrag von Regenwasser zurückzuführen. Die Seeabdichtung wirkt dabei als Trichter, welcher Regenwasser außerhalb der derzeitigen Wasserfläche einfängt und dem See zuführt.Die zusätzliche Einspeisung von Trinkwasser sollte die Bedeckung der empfindlichen Kiessand-Böschungen beschleunigen.

Bauvorbeitungen für eine neue Brücke

Der See erstreckt sich auch über die Trasse der Rheinischen Bahn hinweg. Um dann auch weiterhin die Durchgängigkeit des Rad-/ Gehweges der Rheinischen Bahn zu ermöglichen, ist eine Brücke über den See erforderlich. Hierzu werden vor Bodenabtrag sechs bis zu 12 Meter tiefe Pfahlgründungen eingebracht. Erst danach wurde an dieser Stelle weiter ausgekoffert.

Der Brückenbau erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Hierzu wurde ein Hilfsdamm geschüttet.

Seeüberlauf

Der Niederfeldsee erhält einen Überlauf in den Sälzerbach, um Niederschlagswasser über den Höchstpegel von 53,45 Metern abführen zu können. Da dieser Bereich aufgrund der Unfallgefahren (großer Höhenunterschied, steile Böschungen, Sälzerbach in Betonschalen) vor Betreten geschützt werden muss und daher kaum sichtbar sein wird, wurde eine kostengünstige Ableitung mit Betonkaskaden gewählt, die zudem noch im Laufe des Sommers durch die Vegetation teillweise "eingegrünt" sein wird.

Der Sälzerbach wird bis 2016 auch von Abwasser befreit sein, sodass dort nur noch Regenwasser fließen wird.

Untere Seepromenade

Die Promenade hat eine Breite von 4,20 m und eine Uferlänge von 320 m, wobei die längste Wasserkante 210 m beträgt. Die seeseitige Kante der unteren Uferpromenade wurde mit einem so genannten Z-Stein eingefasst und die Wegefläche mit Großpflastersteinen befestigt. Zur landseitigen Einfassung dienen anthrazitfarbene Sitzmauern und mehrere Treppenanlagen mit insgesamt 800 m Stufen und einigen Sitzblöcken.

An vier Stellen der Promenade erlauben bastionartige Aussichtsplattformen eine gute Aussicht auf den Niederfeldsee.

Brückenmontage

Nach der Vorfertigung von Brückenbauteilen im Werk bei Bitburg in der Eifel wurden im 20.08.2013 das Mittelportal der Brücke auf die Betonfundamente gesetzt und die beiden Brückenhälften eingehoben und verankert. Die Brücke über den Niederfeldsee ist als Zweifeldträgerbrücke konzipiert und hat eine Länge von 46,30 m und eine Breite von 4 m, die in der Mitte durch rubinrot lackierte, kreuzförmig verschweißte und senkrecht stehende Stahlträger gehalten wird. Das trogförmig konzipierte Stahltragwerk mit statisch wirksamen Geländern und zwei Balkonen ist anthrazitfarben gestrichen. Die Montagearbeiten fanden unter großer öffentlicher Beobachtung statt. Auch das Fernsehen sowie die berichtete ausführlich darüber.

Uferpromenade

Die neue Promenade wird auf einem Teilabschnitt der Rüselstraße angelegt. Folgerichtig heißt diese dort nun nach ihrer Umbenennung auch Uferpromenade. Von der Grieperstraße bis zur Weuenstraße ist sie als Straße mit begleitenden Gehwegen, danach nur noch als Fußweg bis zur Niederfeldstraße ausgebaut. An mehreren Stellen erreicht man die untere Seepromenade über Treppenanlagen.

Die installierten Leuchten dienen nicht nur zur Straßenbeleuchtung, sondern auch zur Beleuchtung der Stufenanlagen und der unteren Seepromenade.

Ufervegetation

Die naturnahen Uferzonen des Niederfeldsees erhalten eine Bepflanzung mit sogenannten Vegetationsmatten, die ähnlich wie Rollrasen angeliefert und ausgelegt werden. Die Vegetationsmatten haben eine Standardlänge von 5 Meter und sind 1,00 Meter breit. Sie sind besetzt mit Pflanzen der Ufer- und Röhrichtzone (20 Stück/qm), hier im Wesentlichen Schilf, Röhrricht, Seggen. Binnen einer Vegetationsperiode wachsen die Pflanzen fest. Durch die Ausläufer- oder Rhizombildung bedecken sie nach und nach die gesamte Fläche der Vegetationsmatte sowie angrenzende Uferbereiche.

Abtrag des Hilfsdamms

Der Hilfsdamm im Niederfeldsee hat die Brückenmontage sowie den Ausbau der Grün- und Pflasterflächen um den See erheblich erleichtert.

Nun konnte der Damm endlich abgetragen werden, um eine zusammenhängende Seefläche zu erhalten. Da der Abtrag auch kontrolliert unter Wasser erfolgen konnte, wurde ein GPS-gestützter Bagger eingesetzt, der mit ausreichender Genauigkeit den Damm bis zum Seeboden ausgehoben hat.

 
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