essen.de > Leben in Essen > Planen, Bauen und Wohnen > Denkmalschutz > Stadtarchaelogie Funde 2020

Stadtarchäologie - Fund des Monats Juni 2020

Foto: Die Baustelle vor der Kirchenruine

Die Baustelle vor der Kirchenruine (Foto: D. Hopp)

Ein uralter Kanal am Klemensborn

Im März wurde der Stadtarchäologie durch einen aufmerksamen Bürger eine Baustelle in der Straße Klemensborn angezeigt. Die Baustellenkontrolle am 6. März ergab, dass überraschend Reparaturarbeiten am Bestandskanal in der Straße Klemensborn in Essen-Werden durchgeführt wurden. Die Baumaßnahme fand in der Nähe der Ruine Clemenskirche, jedoch außerhalb des eingetragenen Bodendenkmals, statt.

Im Westprofil der etwa 4,50 m langen und 2,00 m breiten Baugrube fanden sich sehr viele lose Bruchsteine, die in einer Tiefe zwischen 1,90 und 2,40 m lagen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich bei den Bruchsteinen um Reste eines Kanals, möglicherweise aus dem 17. Jahrhundert, handelt, der das Wasser vom Bornbach und von den Quellen in der Ruine der Clemenskirche nach Werden ableitete.

957 wurde die Kirche durch Erzbischof Brun von Köln geweiht. 1817 wurde sie veräußert und abgebrochen. Archäologische Grabungen fanden 1896 durch Wilhelm Effmann und 1967/68 unter Hugo Borger und Günther Binding statt. G. Binding rekonstruierte mindestens sieben verschiedene Bauperioden.

Das Areal, auf dem sich die Kirche befindet, zeichnet sich dadurch aus, dass hier vier Quellen existieren und im näheren Umfeld gleich mehrere oberflächennahe Gewässer Richtung Werden fließen. Von besonderer Bedeutung ist die gezielte und für Essen einmalige Einbeziehung der Quellen in den Kirchenbau: Die vier Quellen waren der Grund, weshalb hier St. Klemens als Quellheiligtum und Kirche entstand. Ernst J. Kahrs, Leiter des ehemaligen Essener Ruhrland- und Heimatmuseums (heute: Ruhr Museum) vor dem 2. Weltkrieg, äußerte Vermutungen über einen Zusammenhang der Quellen mit den vorgeschichtlichen Fundplätzen und den beiden frühmittelalterlichen Befestigungen dem Pastoratsberg - der Alteburg und der Herrenburg. Für diese Vermutungen gibt es aber bisher keine archäologischen oder schriftlichen Zeugnisse.

Kontakt

Stadtarchäologie

Herr Dr. Hopp, Detlef
+49 201 8861806
weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)
 
Um das Informationsangebot der Internetseite nutzerfreundlicher zu gestalten, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung weitere Informationen.
OK