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Stadtarchäologie - Fund des Monats September 2017

Foto: Fundstücke; Klein, aber doch wichtig: Die Wandungsscherbe Pingsdorfer Art (oben links) ist der älteste Fund der Untersuchung.

Klein aber doch wichtig: Die Wandungsscherbe Pingsdorfer Art (oben links) ist der älteste Fund der Untersuchung (Foto: Detlef Hopp)

Alte Bergbauspuren

Bei Aushub von Baugruben für neue Wohnhäuser in Heisingen konnten in der etwa 3 m tiefen Baugrube Überreste von Gebäuden und alten Abfallgruben sowie Funde des 19. bis 20. Jahrhunderts aber auch aus älterer Zeit gefunden werden.

Ebenfalls wurden auch mittelalterliche Objekte entdeckt und als ältester Fund sogar eine kleine Wandungsscherbe eine Topfes aus dem 10./11. Jahrhundert. Diese älteren Funde sind besonders interessant, denn Teile des betroffenen Areals gehörten zum mittelalterlichen Hof Freitag. Der Hof wird bereits zusammen mit dem Hof Butenberg 1297 in einer Urkunde erwähnt. Wahrscheinlich reichen die Anfänge der Nutzung des Areals durch Menschen also noch weiter zurück.

Von Bedeutung ist ein bei den Erdarbeiten entdeckter, oberflächennah ausstreichender Flöz. Das angegrabene Flöz ist vermutlich das Flöz Angelika. Ein regulärer Abbau im Flöz Angelika ist zwar nicht dokumentiert, doch ist es wahrscheinlich, dass widerrechtlicher Bergbau durch Dritte oder Bergbau vor der Anlegung von zeichnerischen Unterlagen - also so genannter Uraltbergbau - im tagesnahen Bereich stattgefunden hat. Dies belegt u.a. ein durch die Stadtarchäologie freigelegter, in etwa 1,50 m Tiefe angetroffener, Graben. Deutliche Spatenabdrücke erlauben den Rückschluss, dass wohl ein Holzspaten, dessen Blattseiten mit Metall verstärkt waren, für die Grabarbeiten Verwendung fand. Es ist zu vermuten, dass die bergbaulichen Spuren bis in das 17./18. Jahrhundert - evtl. aber noch weiter - zurückreichen.

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