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Stadtarchäologie - Fund des Monats November 2017

Grafik: Schreibgriffel aus der Baugrube der Volkshochschule

Schreibgriffel aus der Baugrube der Volkshochschule (Grafik: D. Hopp)

Schreibkundig …

Um 850 erfolgte in Essen die Gründung des Frauenkonvents. Neben den Aufgaben der Stiftsdamen - so dem Totengedenken, der so genannten memoria und den vielfältigen Tätigkeiten im Stift - kamen auch der Schulunterricht und Arbeiten im Skriptorium hinzu.
Einen kleinen Einblick in das Stiftsleben ermöglicht ein überraschender Fund aus den Grabungen auf dem Burgplatz, als in den Jahren 2002 und 2003 die neue Volkshochschule entstand. Erst jetzt fiel der Griffel bei den Auswertungen des Fundmaterials auf, wie Stadtarchäologe Detlef Hopp sagt. Es handelt es sich um einen in zwei Teile zerbrochenen, etwa 13 cm langen Griffel (stilus) aus Buntmetall. Vergleichbare Griffel fanden seit der Antike beim Beschreiben von Wachstäfelchen Verwendung. Sie besitzen unterschiedlich ausgeformte Enden. Mit dem zugespitzten Ende wurde die Tafel beschrieben, mit dem Spatel das Wachs wieder glattgestrichen um es erneut nutzen zu können.
Zwei Wachstafeln wurden sogar auf dem Burgplatz 1925 bei Ausgrabungen gefunden. Der 2003 gefundene, fein gearbeitete Schreibgriffel stammt wohl aus dem 10. Jahrhundert.
In Paderborn, wo auch Griffel gefunden wurden, deuten sie auf einen Standort der Domschule. Ein solcher Bezug ist zwar auch für Essen verlockend, lässt sich aber für den Fund aus der Baugrube der Volkshochschule nicht sicher herstellen.
Der Fund wird im Januar in der Ausstellung "Stadtarchäologie 2017" vorgestellt.

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