essen.de > Leben in Essen > Planen, Bauen und Wohnen > Denkmalschutz > Stadtarchaeologie Funde 2018

Stadtarchäologie - Fund des Monats Mai 2018

Foto: Gedenkstein "Walkmühle", Zustand Januar 2018

Gedenkstein "Walkmühle", Zustand Januar 2018 (Foto: D. Hopp)

Foto: "Ausgedrucktes" 3D-Modell des Hammergebäudes im Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege. Das Untergeschoss bestand aus Stein.

"Ausgedrucktes" 3D-Modell des Hammergebäudes im Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege. Das Untergeschoss bestand aus Stein (Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster)

Die Walkmühle und ihr "digitales Erbe"

Die Walkmühle gibt es und sie steht im Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege: Allerdings nur im Maßstab 1:65.

Dieser dreidimensionale Laserausruck entstand im Rahmen eines Projektes des Amtes für Geoinformation, Vermessung und Kataster, der Hochschule Bochum und der Stadtarchäologie zur 200-Jahr-Feier von Krupp: 1811 schloss Friedrich Krupp (17.7.1787-8.10.1826) mit den Gebrüdern von Kechel einen Gesellschaftsvertrag zur Errichtung der Firma Friedrich Krupp zur Verfertigung des englischen Gussstahls und aller daraus resultierenden Fabrikate.

Zum Standort der Fabrik baute man die kleine Mühle an der Berne, die Walk- oder Halbachsmühle, um. Diese Mühle wird bereits 1446 als Walkmühle der Wollenweberzunft urkundlich genannt, die Familie Krupp gelangte 1797 in ihren Besitz. 1812 wurde in der neuen Fabrik der Betrieb aufgenommen. Durch die neue Fabrik an der Altendorfer Straße (ab 1818) wurde das Werk an der Walkmühle überflüssig: 1836 wurde der Schmiedebetrieb hier eingestellt und die Fabrik 1839 verkauft.

Heute erinnert an die Walkmühle vor Ort noch ein Gedenkstein.

Hinweis: Die Stadtarchäologie hat gemeinsam mit der Hochschule Bochum das digitale Visualisierungsprojekt "Walkmühle" in die Internet-Plattform Google-Earth (Archäologischen RuhrZeiten (www.RuhrZeiten.de)) eingestellt.

Literaturauswahl: D. Baedeker, Alfred Krupp und die Entwicklung der Gussstahlfabrik zu Essen (Essen 1896) bes. 87 ff.; W. Berdrow, Die Familie Krupp in Essen von 1587 bis 1887 (Essen 1931); B. Beyer, Vom Tiegelstahl zum Kruppstahl. Technik- und Unternehmensgeschichte der Gussstahlfabrik von Friedrich Krupp in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (Essen 2007); W. Claas, Die technischen Kulturdenkmale des Großraums Essen. Heimatkalender für Groß-Essen 1, 1939, S. 174 ff.; H. T. Grütter (Hrsg.), 200 Jahre Krupp. Ein Mythos wird besichtigt (Essen 2012); D. Hopp, Krupp: ein Stahlgigant als Bodenurkunde. Archäologie in Deutschland 3, 2008, S. 30 f.; D. Hopp (Hrsg.), Industrie. Archäologie. Essen. Industriearchäologie in Essen (Essen 2011); D. Hopp (Hrsg.), 200 Jahre Krupp. Die Walkmühle in Essen-Vogelheim. Berichte aus der Essener Denkmalpflege 4 (Essen 2011); D. Hopp/ B. Khil, „...nicht an einem Tag erbaut“, Industriearchäologie in Essen, in: H.G. Horn/H. Hellenkemper/G. Isenberg/J. Kunow (Hrsg.), Von Anfang an. Archäologie in Nordrhein-Westfalen. Schr. Bodendenkmalpflege Nordrhein-Westfalen 8 (Köln 2005) S. 563 ff.; D. Hopp/H.-J. Przybilla, Krupp: a cast steel manufactory as archaeological resource, Berichte der Tagung BigStuff v. 11.-14.9.2007 (Bochum 2008) S. 80; B. Khil, Der Beitrag der Archive zur Industriearchäologie am Beispiel der Friedr. Krupp AG in Essen, in: A. Grünkemeier/H.J. Przybilla (Hrsg.), Denkmäler3.de – Industriearchäologie (Aachen 2009) S. 37 ff.; Krupp 1812-1912. Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der Firma Krupp und der Gussstahlfabrik zu Essen-Ruhr (Essen 1912); Krupp-Mitteilungen Nr. 8/1961; J. Obladen-Kauder, Wo im Ruhrgebiet alles begann. Arch. In Deutschland 3, 2008, S. 20 f.; J. Obladen-Kauder, Ausgrabungen an der St. Anthony-Hütte, Wiege der Ruhrindustrie, in: .A.Grünkemeier/H.J. Przybilla (Hrsg.) Denkmäler 3.de – Industriearchäologie (Aachen 2009) S. 11 ff. R. Stremmel (Hg.), Friedrich Alfred Krupp (München 2010); K. Tenfelde (Hrsg.), Bilder von Krupp. Fotographie und Geschichte im Industriezeitalter (München 1994).

Kontakt

Stadtarchäologie

Symbol: E-Mail verschicken
+49 201 8861806