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Stadtarchäologie - Fund des Monats November 2019

Die von Thomas Grey gefundene Kanonenkugel

Die von Thomas Grey gefundene Kanonenkugel (Foto: Dr. Detlef Hopp)

Kanonenkugel des 16. oder 17. Jahrhunderts aus der Ruhr

Vor kurzem wurde beim Tauchen in der Ruhr, unweit der Ruhrbrücke in Burgaltendorf, eine 7 kg schwere Kanonenkugel, ein sogenannter 14-Pfünder – durch Herrn Thomas Grey entdeckt und der Stadtarchäologie übergeben.

Weiter nördlich wurden beim gleichen Tauchgang auch Fahrräder und sogar Motorräder und viel Zivilisationsmüll des 20. Jahrhunderts beobachtet.

Besonders interessant ist die massive Kanonenkugel, denn erst im Verlauf des 15 Jahrhunderts ersetzten gegossene Eisenkugeln die bis dahin üblichen Geschosse, die oft aus Stein gefertigt waren. Genutzt wurden Eisenkugeln bis in das 19. Jahrhundert.

Insbesonders im 16. Jahrhundert, im so genannten niederländisch-spanischen Krieg (seit 1568), kam es auch zu Plünderungszügen der Spanier bis ins Stift Essen und es ist möglich, dass das nah gelegene Haus Horst in den 1580er Jahren und danach, im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), auch Ziel von Plünderungen war. Aufgrund dieser Ereignisse und zahlreicher Besitzwechsel verfiel das Haus Horst. Bemerkenswert ist jedoch, dass noch in einem Verkaufsdokument von 1674 erwähnt wird, dass auf Haus Horst noch eine Kanone stand.

Die ersten Recherchen legen also nahe, dass die Kanonenkugel mit diesen Ereignissen des 16. und 17. Jahrhunderts in Zusammenhang stehen könnte.

 
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