Der Architekturentwurf

Visualisierung: Lageplan der neuen Gustav-Heinemann-Gesamtschule in der Bildmitte. Rechts vom Neubau die zwei Sporthallen der Schule, unterhalb des Schulneubaus das städtische Hallenbad.

Die Lage im Stadtgebiet

Visualisierung: Ansicht des Eingangsbereichs und der Bibliothek der neuen Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Der Haupteingang

Visualisierung: Innenansicht des Forums der neuen Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Schüler und Schülerinnen laufen durch das Forum in Richtung Hauptausgang. Es sind zwei Geschosse erkennbar, im Erdgeschoss der Zugang zur Bibliothek, im Obergeschoss Verbindungsflure zu den Klassenräumen.

Das Forum

Visualisierung: Innenansicht der Bibliothek der neuen Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Im Vordergrund sitzen zwei Schülerinnen und ein Schüler auf roten runden Sitzelementen, im hinteren Bereich sieht man die Buchausgabe und Garderobe.

Die Blibliothek

Visualisierung: Innenansicht der Mensa der neuen Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Im rechten und vorderen Bereich des Bildes sieht man Sitzgruppen zur Essenaufnahme und eine Ausgabetheke, im rechten hinteren Bereich sind Stuhlreihen vor einer Bühne zu sehen.

Die Mensa

Visualisierung: Innenansicht der einer Schulstraße der neuen Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Schüler und Schülerinnen laufen über einen Flur zum Ausgang Innenhof und über eine Treppe in das Obergeschoss der Schule.

Die Schulstraße

Essens bedeutendstes Schulbauprojekt gestartet

Das Baufeld wird hergerichtet

Bereits im November 2016 konnte man erste Rodungsarbeiten auf dem städtischen Grundstück beobachten. Zurzeit erfolgen im Zuge der Baufeldherrichtung die Erd- und Kanalbauarbeiten für den Schulneubau. Im Frühjahr kommenden Jahres 2018 soll mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. Die Planungen sehen eine etwa zweieinhalbjährige Bauzeit der neuen Gesamtschule vor. Nach Fertigstellung des drei- bis viergeschossigen Neubaus können die insgesamt 110 Beschäftigten und etwa 1.300 Schüler und Schülerinnen aus dem Altbau in das neue Schulquartier umziehen. Mit der Umsetzung des Projekts wurde der erste Preisträger des im Jahr 2015 von der Stadt Essen ausgerichteten Wettbewerbes, die Arbeitsgemeinschaft SEHW Generalplaner ARGE aus Berlin, beauftragt.

Planerisches Konzept

Der Neubau unterteilt sich in zwei dreigeschossige und zwei viergeschossige Gebäudeteile und sieht eine klare Strukturierung in Lernclustern vor. Den Clustern der vier Gebäudeteile sind verschiedene Unterrichts- oder Lerneinheiten zugeordnet, die alle durch eine „Schulstraße“ miteinander verbunden sind. Das Raumprogramm der Schule wurde nach den Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, entwickelt und entspricht den neusten pädagogischen Anforderungen. Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei das Thema Inklusion. Der Entwurf sieht Klinkerfassaden mit Wasserstrich Backstein vor, die Fassaden zu den Innenhöfen des Gebäudes erhalten ein Wärmedämmverbundsystem. Bibliothek, Mensa und Außenfluchttreppen werden mit Aluminiumverbundblechplatten gestaltet und heben sich so von dem massiven Gebäude ab.

Für die Dächer des Gebäudes werden Gründächer mit extensiver Begrünung vorgesehen. Diese Begrünung ist mit geringem Aufwand herzustellen und muss nicht zusätzlich bewässert werden. Sie bietet einen Hitzeschutz im Sommer und eine zusätzliche Wärmedämmung im Winter, sodass auch hierdurch ein Beitrag zur Energieeinsparung geleistet wird. Der Dachbegrünungsaufbau schützt die Dachabdichtung, wodurch die Instandhaltungs- und Betriebskosten gesenkt werden. Zudem speichert der Aufbau überschüssiges Wasser und gibt dieses über die Verdunstungsprozesse wieder an die Umgebungsluft ab. Hierdurch entsteht ein Abkühlungs- und Befeuchtungseffekt der Umgebung und auch der unterhalb des begrünten Daches liegenden Räume.

Stadtteiloffenheit

Das Gebäude mit seinem Außenareal soll künftig nicht nur für die eigentlichen Nutzer der Schule, sondern auch für die Bewohner des Stadtteils einen Mehrwert darstellen. Die integrierte Stadtteilbibliothek, das Forum, die Mensa und Aula sowie einzelne Fachräume sollen auch dem Stadtteil zur Verfügung stehen. Diese Räume sind vielfältig nutzbar und bieten künftig hinreichende Möglichkeiten zur Begegnung, Kommunikation oder themenbezogenen Arbeit im Stadtteil. Sie sind durch das Forum gut zu erreichen und leicht zu erkennen. Der attraktive Vorplatz des Haupteinganges bildet den Auftakt des Gebäudes und verleiht dem Schulneubau einen Charakter von Offenheit und Willkommen sein. Das neugestaltete Außengelände ist Treffpunkt und lädt zum Skaten, Biken oder Fußballspielen ein.

Nachhaltigkeit und Energiekonzept

Der massive Schulneubau wird den Grundsätzen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit entsprechen. Eine Zertifizierung in Silber wird angestrebt. Die Qualitätserwartungen an die Nachhaltigkeit werden sich im Gebäude in soziokulturellen, ökologischen und ökonomischen Aspekten wiederspiegeln. Das Gebäude wird hohe Nutzungs- und Innenraumqualitäten aufweisen und wartungsarme und reparaturfreundliche Ausstattungen erhalten. Hohe Raumluftqualität, gute Akustik und optimale Lichtversorgung und –verteilung werden eine bestmögliche Lernumgebung gewährleisten. Eine Optimierung der Luftqualität wird durch Hybridlüftung erreicht. Dieses Lüftungssystem verbindet die Vorteile natürlicher Lüftung durch manuelles Öffnen der Fenster mit denen einer mechanischen Raumlufttechnischen Anlage und nutzt beide Systeme je nach Bedarf. Ein individuell steuerbarer außenliegender Sonnenschutz schützt vor Wärmeeintrag. Zur Hitzeabfuhr im Sommer erfolgt eine Nachtauskühlung über die Raumlufttechnische Anlage. Für besondere Behaglichkeit sorgt die schwere Bauweise mit ihrer Speichermasse, die dafür sorgt, dass die Innenraumtemperatur bei wechselnden äußeren Einflüssen über den Tagesverlauf trotzdem stabil bleibt. Im Rahmen der Planung wurde ein Energiekonzept unter Berücksichtigung des Standortes und der späteren Nutzung des Gebäudes als Schule, erarbeitet und optimiert. Es findet eine Balance zwischen einer einfachen Betriebsführung inklusive Wartung und einer betriebswirtschaftlichen Optimierung der Lebenszykluskosten. Die Energieeffizienzmaßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen des Effizienzhaus Plus Standards. Die Bauteilauswahl der Gebäudehüllflächen entspricht der Passivhausbauweise, die Auswahl der Technischen Gebäudeausrüstung erfolgt nach den Empfehlungen des BNB zur Optimierung der Lebenszykluskosten. Durch die Umsetzung des Konzeptes wird der Schulneubau einen hohen Energieeffizienzstandard erhalten.