Am 11. August 2026 haben die Arbeiten an der Brücke planmäßig begonnen. Die Baustelle wurde eingerichtet und das Gerüst im Bereich unterhalb der Brücke auf dem Gehweg am Hardenbergufer aufgebaut.
Geh- und Radwegüberführung Heisingen / Kupferdreh
Start der Bauarbeiten
Hintergrundinformationen
Im September 2023 wurde bei einer turnusmäßigen Sicherheitsprüfung der Geh- und Radwegüberführung zwischen Heisingen und Kupferdreh festgestellt, dass sich der Zustand der Holzkonstruktion für die Lauf-, Fahr- und Verweilflächen verschlechtert hat. Insbesondere im Bereich der zehn Aussichtskanzeln waren die Schäden so weit fortgeschritten, dass aus Sicherheitsgründen eine Sperrung dieser Flächen notwendig wurde. Außerdem wurde ein Verbot für das Überfahren der Brücke von Rettungs- und Betriebsfahrzeugen erteilt. Damit ein Überfahren nicht mehr möglich ist, wurden Sperrpfosten an den Brückenenden installiert.
Für den Fuß- und Radverkehr blieb die Brücke bis Donnerstag 22.01.2026 weiterhin passierbar. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Holzkonstruktion der alten Eisenbahnbrücke in einem engmaschigen Rhythmus kontrolliert.
Im Rahmen der Brückenhauptprüfung Ende 2025 wurden weitere Schäden an der Holzkonstruktion festgestellt. Diese betrafen nicht nur den von oben sichtbaren Bohlenbelag, sondern auch die sich unterhalb befindliche tragende Holzkonstruktion. Da die gefahrlose Nutzung nicht weiter gewährleistet werden konnte, musste die Brücke ab 23.01.2026 gesperrt werden.
Planungen
Die bevorstehenden Sanierungsarbeiten umfassen den Austausch der Holzkonstruktion. Abweichend von der Bestandskonstruktion werden zudem die Kanzeln auf 1,30 Meter verkleinert. Auch die Anzahl der Kanzeln pro Seite werden von fünf auf drei reduziert. Zusätzlich muss das Geländer in der Höhe an die aktuellen Vorgaben für den Radverkehr angepasst werden.
Fragen und Antworten (FAQ) zu den bevorstehenden Arbeiten
Was passiert mit den Kanzeln?
Die Kanzeln werden in reduzierter Anzahl und Größe wieder errichtet. Geplant sind drei Kanzeln je Seite. In der Art werden diese ähnlich zu den vorhandenen Kanzeln ausgeführt, es entfällt jedoch das weiter über das Wasser herauskragende Dreieck.
Warum werden die Kanzeln verkleinert?
Insbesondere um den Planungsaufwand und damit die benötigte Vorlaufzeit für eine Sanierung möglichst gering zu halten, war zunächst angedacht die Kanzeln entfallen zu lassen. Diese Idee wurde verworfen. Die Kanzeln werden in leicht reduzierter Anzahl und Größe errichtet. Diese ermöglichen weiterhin ein Heraustreten aus dem Durchgangsverkehr der Brücke und eine schöne Sicht auf den Baldeneysee.
Durch die Größenreduzierung können die Kanzeln auf der äußeren Stahlkonstruktion aufliegen und das Holz muss weniger Kräfte selbst tragen. Zudem ist das Holz durch die direkte Nähe zur Stahlkonstruktion witterungsgeschützter als bei einem Herauskragen über dem offenen Gewässer. Durch die Reduzierung der Anzahl können zudem die Arbeiten im Bereich der Schifffahrtsrinne mitsamt der damit einhergehenden Beeinträchtigungen reduziert werden.
Warum wird die Holzart Eiche verwendett?
Eichenholz ist eine heimische Holzart mit einer Lebenserwartung von mindestens 15 Jahren. Vorteile sind die einfache Verarbeitbarkeit und schnelle Materialbeschaffungen für Bau- und Reparaturarbeiten.
Das ursprüngliche Bongossi-Holz weißt eine längere Lebenserwartung auf, hat jedoch Nachteile in der Verarbeitbarkeit und Beschaffung. Für eine Sanierung wäre bei der aktuellen Marktlage mit rund einem Jahr Lieferzeit zu rechnen gewesen. Auch ist die Verwendung von Tropenholz umstritten.
Was passiert mit der Stahlkonstruktion t?
Eine Sanierung der Stahlkonstruktion würde eine sehr umfangreiche Planung und extreme Auflagen zum Umweltschutz umfassen. Hierbei kommt vor allem zum Tragen, dass insbesondere alte Korrosionsschutzanstriche häufig extrem umweltschädlich sind. Dies würde konkret bedeuten, dass eine komplette Einhausung der Brücke erforderlich wäre. Hinzu kommt, dass ein gründliches Abtragen und Neubeschichten der Stahlträger lange Ausführungszeiten mit sich bringt. Aufgrund der Brückengröße müsste hier mit deutlich längeren Bauzeiten als bei der Sanierung der Holzkonstruktion gerechnet werden.
Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Stahlkonstruktion der ehemaligen Eisenbahnbrücke noch in einem akzeptablen Zustand. Eine Sanierung wird zukünftig erforderlich werden, ist jedoch nicht unmittelbar notwendig. Eine Erneuerung des Korrosionsschutzes würde sich bei Erreichen der Lebensdauer des Holzes anbieten.
Was musste beachtet werden, damit die Arbeiten an der Brücke durchgeführt werden können?
Auch für einen auf den ersten Blick einfachen Holzaustausch mussten bereits im Vorfeld diverse Punkte beachtet werden. In einem ersten Schritt musste die Statik angepasst werden, da sich Normen geändert haben und die Geländer erhöht werden sollen. Weiter mussten bereits im Vorfeld Absprachen mit Leitungsbetreibern getroffen und Lagerorte für die Baufirma geklärt werden. Hier wurde insbesondere auf eine Koordination von Baustelle und öffentlichen Verkehr, sowie auf Überschwemmungsgebiete bei Hochwasser geachtet.
Speziell bei der Brücke über den Baldeneysee kommen noch Auflagen aus dem Naturschutz hinzu, da es sich bei der Ruhr um ein Landschaftsschutzgebiet (hier zusätzlich mit direkt angrenzendem Naturschutzgebiet) handelt. Bauten an Gewässern bedürfen zudem grundsätzlich zusätzlichen wasserrechtlichen Genehmigungen. Ergänzend kommt hinzu, dass für die Arbeiten ein Gerüst benötigt wird. Da dieses den Schiffverkehr beeinflusst, war weiter eine schifffahrtspolizeiliche Genehmigung erforderlich.
Baubeginn
Die Baustelleneinrichtung soll ab 11.08.2026 erfolgen. Der Gerüstbau für den ersten Bauabschnitt beginnt ab dem 18.08.2026.
Der Baubeginn erfolgt ab dem 01.09.2026.
Kosten
Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 24. September 2025 den Bau und Baubeginn der Maßnahme "Fußgängerüberführung Kupferdreh - Heisingen" mit Gesamtkosten in Höhe von 774.000 Euro beschlossen (DS 1144/2025/6). Allerdings überschreitete das Angebot des wirtschaftlichsten Anbieters die städtische Eigenkalkulation um 906.300 Euro, sodass sich nunmehr ein Preis in Höhe von 1.680.300 Euro für die Sanierungsarbeiten ergibt.
Brückenhistorie
Die fast 100 Jahre alte Brücke wurde 1925-1926 gebaut. Tatsächlich waren es seinerzeit zwei baugleiche Brücken nebeneinander, die das ursprüngliche Bauwerk von 1872 ersetzten. Sie überführten die Ruhrtalbahn, die insbesondere auch die Zeche Carl Funke erschloss. Ende des zweiten Weltkriegs wurden die beiden Überbauten durch die deutsche Wehrmacht gesprengt. Im Jahre 1949 wurde der noch heute existierende Überbau wieder aufgebaut. Nach Stilllegung der Eisenbahnstrecke Ende der 70er Jahre wurde die Brücke schließlich Mitte der 80er als Rad- und Wanderwegbrücke in ihrer heutigen Form wiedereröffnet.